Eigenes Federvieh - Vogelgrippe - Was macht ihr?

Dieses Thema im Forum "Fellkinder" wurde erstellt von Lavender, 28.02.06.

  1. 28.02.06
    Lavender
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    Lavender

    Hi,
    nachdem wir nun letzte Woche unsere zwei Gänse geschlachtet haben, weil wir es so unwürdig finden, sie erneut einzusperren, stellt sich uns die Frage, was wir mit unseren (ca. 10 Hühnern) machen. Da sie schon Ende 2005 aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Stallpflicht wochenlang kein Sonnenlicht gesehen haben und wir sie jetzt vor etwa 10 Tagen erneut in die Ställe bringen mussten, bin ich nicht sicher, ob das für ein Hühnerleben wünschenswert ist... im letzten Frühjahr haben sie ihre Eier gelegt, diese erstmals selbst ausgebrütet, seitdem haben wir vier wunderschöne Hähne, aber die kann man doch nicht ständig einsperren? Bin echt im Zweifel... Unser Motto war immer, dass keines unserer Tiere geschlachtet wird, aber unter diesen Umständen... Wie seht ihr das?
    Anzumerken bleibt vielleicht noch, dass wir direkt hinterm Deich leben und es hier Unmengen an Möwen etc. gibt... erst gestern saßen auf der Wiese gegenüber mindestens 20 wunderschöne Schwäne...

    Ich denke, dass die Menschheit noch ein ziemliches Problem mit der Vogelgrippe bekommen wird, noch ist für uns ja alles relativ harmlos, wenn man das überhaupt so sagen kann. Aber wenn das Virus erst von Mensch zu Mensch übertragbar ist... ich glaube bei der Spanischen Grippe sind damals über 50 Mio. Menschen gestorben, und damals flog kaum einer in der Weltgeschichte rum wie heute... Aber das ist hier und heute nicht mein Thema, ich finde das Leben für das Federvieh nur so unsagbar traurig unter diesen Bedingungen und wollte dazu mal eure Meinung hören.



    Nachdenkliche Grüße,
    Nicole
     
    #1
  2. 28.02.06
    Meli
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    Meli Küchenchaot

    Hallo Nicole, meine Eltern sperren ihre Hühner ein.diesmal geht die Stallpflicht ja wohl länger, bis April.Aber sie wohnen auch nicht in Fluß-oder Meeresnähe...Da würde ich es mir schon gut überlegen.
    Bis die Grippe so mutiert ist, daß sie von Mensch zu Mensch übertragbar ist wird es noch ein bis zwei Jahre dauern.Aber früher oder später holt uns das Problem alle ein..
    Gruß meli
     
    #2
  3. 28.02.06
    Lavender
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    Lavender

    @ meli:
    ja klar, alle sperren ihre Hühner ein, die Nichteinhaltung der Stallpflicht wird mit einem empfindlich hohen Bußgeld geahndet! Und dass uns Menschen das Übertragungs-Problem irgendwann einholt ist auch klar.

    Darum ging es mir hier auch gar nicht. Sondern darum, was ihr dabei fühlt, die Tiere so unwürdig (nämlich eingesperrt) zu halten... und - weitergesponnen - ob ihr überhaupt noch Geflügelfleisch essen mögt... und Eier... und...

    Vielleicht mögt ihr mir eure Gedanken dazu mitteilen,
    Nicole
     
    #3
  4. 28.02.06
    audrey680
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    audrey680 Leseratte

    Hallo Nicole,

    vielleicht mache ich mich jetzt ja ein wenig unbeliebt, aber in diesem Fall sage ich - besser einsperren, als tot oder andere Vögel anstecken.

    Du betreibst ja keine generelle Stallhaltung, wie bei diesen Legebetrieben (mir fehlt das Wort.....) - Du handelst ja nur aus der Not heraus und hoffentlich auch nur für eine relativ kurze Zeit. Da würde ich mich nicht damit belasten, ob es unwürdig ist.

    Nichts für ungut -

    Grüsse

    Sabine
     
    #4
  5. 28.02.06
    Lavender
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    Lavender

     
    #5
  6. 28.02.06
    audrey680
    Offline

    audrey680 Leseratte

    Hi Nicole,

    sie könnten sich aber jetzt anstecken, wenn sie nicht im Stall wären, oder liege ich da falsch???

    Ausserdem sagte ich deutlich, daß das Einsperren bei Dir ja nur eine Notlösung ist, die nichts mit Deiner grundsätzlichen Einstellung zur Tierhaltung zu tun hat, sonst würdest Du Dir wohl keinerlei Gedanken über "unwürdige Tierhaltung" machen, sorry, drücke mich manchmal dämlich aus!

    Gruss

    Sabine
     
    #6
  7. 28.02.06
    Engel11
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    Engel11

    Hallo Nicole!

    Unserem Nachbarn geht es genau wie Dir. Er hat auch so ungefähr 10 Hühner und einen Hahn und muß diese nun schon zum zweiten Mal wegsperren. Glücklich ist er mit dieser Situation ganz und gar nicht, von den Hühnern ganz zu schweigen. Allerdings hat er ein recht großes Hühnerhäuschen.
    Natürlich ist diese "Wohnsituation" für die Hühner nicht so toll, aber deshalb die armen und vor allem GESUNDEN Viecher töten??? Dann würde ich mir echt eher überlegen, ihnen das Eingesperrtsein so angenehm wie irgendmöglich zu machen, sprich Hühnerhaus vergrößern etc. oder, wenn das nicht möglich ist, sie an andere Hühnerhalter abzugeben, der entsprechende "Räumlichkeiten" zur Verfügung hat.
    Und hoffen, daß bald alles wieder besser wird... :roll:
     
    #7
  8. 28.02.06
    Lavender
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    Lavender

    Hallo Nicole,

    nee, also Platz haben wir schon genügend, wir haben die eifrigen Gockel zu je fünf Hühnerdamen in je einen großen Stall verfrachtet (denke, das ist das richtige Wort), sie können ohne Ende umher laufen, wir geben uns Mühe es ihnen mit Stroh "kuschelig" zu machen, sie haben ausreichend Wasser, spezielles Hühnerutter und täglich Gemüse- bzw. Brotreste aus der Küche. Aber trotzdem... hach... klar, ich sehe es ebenso, wozu Tiere töten? Zumal sie ja tatsächlich gesund sind, aber ... ach, ich weiß auch nicht. Jeden Morgen höre ich die Hähne schreien (okay, ich bin nicht eine von denen, die mit ihren Hühnern spricht, aber trotzdem)... Ist schon alles schwierig, und gerade wenn man weiterspinnt stellt sich doch die Frage: Jetzt oder später? Und ich kenne keinen hier, der - wenn du ihm nicht noch ein paar Euro draufzahlst - dir ein Huhn oder gar einen Hahn abnimmt, um's anschließend umgehend zum eigenen Verzehr zu schlachten. Nee, das kann's doch nicht sein...

    Noch immer fragende Grüße,
    Nicole
     
    #8
  9. 28.02.06
    WK-Rezeptetopf
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    WK-Rezeptetopf Beiträge ehemaliger Benutzer/innen

    MoinMoin,

    ich weiß, daß ich jetzt Äpfel mit Birnen vergleiche....aber ich tu es trotzdem..:

    Ich habe z.B. zwei Graupapageien. Diese beiden halte ich in einem sehr großen Käfig. Sie bekommen regelmäßigen Freiflug, hochwertiges Futter, viel Obst und jede Menge Spielzeug gegen Langeweile.

    Das alles wird ihnen natürlich nicht die Lebensbedingungen in Afrika ersetzen (das sie übrigens nie gesehen haben, weil beides Nachzuchten aus Deutschland sind =D )

    Deiner Argumentation nach darf ich die Tiere eigentlich nicht halten. Aber dann auch keinen Hund, keine Katze oder sonst irgend ein Geviechs....

    Auch die Pferde, die stundenlang in Einzelboxen stehen, sind nicht artgerecht gehalten...

    Die Frage ist für mich: Wie hoch lege ich die Latte an?

    Da es sich ja (so sieht es im Moment aus) um einen befristeten Zeitraum handelt, käme ich mit Hühnern in der Scheune klar.

    Sehen sie denn so aus, als ob sie leiden? Legen sie nicht mehr?

    Zu meinem privaten Konsumverhalten:

    Als der Rinderwahn grassierte hab ich eifrig Rindfleisch gegessen - so preiswert und gleichzeitig so gut kontrolliert war es vorher nie.. Das Fleisch, das mich evtl krank macht, habe ich längst vorher verzehrt.

    Geflügelfleisch muß eh durcherhitzt werden, schon wegen der Salmonellen. Und dabei stirbt auch ein evtl vorhandenes Virus ab. Also kein Risiko.

    Mittelfristig werden wir ohnehin an irgend etwas sterben....und streng genommen darf man sonst gar nichts mehr essen.....weil überall schon mal was vorgekommen ist und skrupellose "Produzenten" sich immer wieder neue "Sauereien" einfallen lassen, wenn es darum geht Gewinn zu maximieren....

    :axe:
     
    #9
  10. 28.02.06
    Lavender
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    Lavender

    Hallo Petra,
    es ist tatsächlich so, unsere Hühner (und die unserer Freunde) legen seit dem letzten Einsperren keine Eier mehr. Und du hast vollkommen Recht, dass du Äpfel mit Birnen vergleichst, das tue ich auch! Denn, das sehe ich ebenso wie du, dann darf man tatsächlich keine Papageien, Hunde, Katzen etc. halten... wobei wir unsere Hunden, Katzen, Kanninchen, Schafe und eben das Federvieh angeschafft haben, weil wir ihnen Freiheit gewähren wollten. Das ist der Punkt. Über Tierhaltung als solche wollte ich hier auch nicht philosophieren, das geht jetzt in die falsche Richtung... dachte eben nur, dass es hier im Forum evtl. noch mehr Leute mit eigenen Hühnern (in der Familie) oder so gibt. Und wenn wir dazu noch alle das gleiche Konsumverhalten hätten, könnte weder der Biobauer noch der Discouter überleben :wink: .

    Lieben Gruß,
    Nicole
     
    #10
  11. 28.02.06
    Petersilie
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    Petersilie WK-Rezeptetopf

    Hallo!

    Ich bin selbst KEIN "Geflügelhalter", das mal vorneweg...! Ich möchte hier aber mal zwei "ketzerische" Prognosen abgeben:

    1. Vorhin kam auf n-tv die Meldung, daß Experten davon ausgehen, daß das H5N1-Virus in den nächsten 150 Jahren (!!!) für die Menschheit eine relevante Gefahr bleibt. Nun, man wird Geflügel nicht für die nächsten 150 Jahre isolieren können. Demnach macht es für mich KEINEN Sinn, daß man seine Hühner jetzt schlachtet. Es sei denn, man einigt sich darauf, daß es in Zukunft gar kein Geflügel auf der Erde mehr geben soll. Das wird aber schwer umzusetzen sein.

    2. Im letzten Focus oder Spiegel (bitte nagelt mich nicht fest, ich hab' beide Hefte schon weggeschmissen) kam ein Wissenschaftler zu Wort, der die Vogelgrippe jetzt schon jahrelang beobachtet. Seinen Thesen nach hat sich das Virus nicht vom Wildvogel aus auf das "Nutzgeflügel" verbreitet, sondern umgekehrt, vom Nutzvieh auf die Wildvögel, und zwar über Länder in denen dem Vogelfutter unkontrolliert hohe Anteile von Fischmehl zugeführt werden. Er vergleicht das mit BSE, was ja auch zuerst bei den Schafen aufgetaucht ist und durch eine vom Menschen pervertierte Nahrungskette zum Rind kam (denn "kuh" an sich frißt ja normal kein Schaf...). Der Experte hält es für viel wahrscheinlicher, daß unser Hausfedervieh schon lange mit H5N1 infiziert ist und immunschwächere Wildtiere (die anstrengende "Auslandsreisen" durch den Vogelzug hinter sich haben und körperlich erschöpft sind) ansteckt, als umgekehrt, da unsere Hühner, Enten, Gänse,... durch stete Fütterung viel resistenter sind, H5N1 also bei ihnen nur nicht ausbricht.

    Ja, ich ess' dann mal weiter Eier und Geflügelfleisch, weil, bei mir wird das alles nicht roh verzehrt, sondern abgekocht oder gebacken oder gebraten.

    Wahrscheinlich, und da gebe ich Raumente recht, habe ich das schon lange, lange immer fleissig mitgemampft...

    Wenn Nicole ihre Hühner jetzt schlachtet, dann muß sie konsequenter Weise auch in den nächsten 150 Jahren auf Geflügel verzichten. Und alle anderen auch.

    Ich guck' in letzter Zeit auch immer, ob bei uns im Garten irgendwo tote Vögel 'rumliegen, damit meine Katzen da nicht drangehen, aber trotz des harten Winters habe ich noch nicht eine Vogelleiche gefunden. Ich will meinen Katzen auch nicht 150 Jahre lang ihre Spaziergänge verwehren (die gehen nur in meiner Begleitung 'raus) und recht bald schon wird an für unser Geflügel das selbe befinden. Sag' ich jetzt mal, von meiner Kristallkugel aufblickend, so daher.

    Gruß

    -Petersilie
     
    #11
  12. 28.02.06
    Judith Schuler
    Offline

    Judith Schuler

    So, nun hats auch eine Katze erwischt ... und nun?

    LG
    Judith
     
    #12
  13. 28.02.06
    Swyma
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    Swyma Sponsor

    So wie es auschaut kann es sein das die Stallpflicht die nächsten Jahre nicht mehr aufgehoben wird.
    Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache, ich finde man sollte viel mehr daran denken was unter Umständen mit uns Menschen passiert , das Problem geht nun mal vom Federvieh aus. :-(

    Für mich gäbe es da nur die Entscheidung, will ich eigene Eier - dann ab in den Stall. Will ich das nicht, dann schlachten, bevor sie gekeult werden.

    Ist einer Freundin bei der letzen Seuche passiert.
     
    #13
  14. 28.02.06
    lisa
    Offline

    lisa *

    Hallo!

    Unsere Hühner wurden letztes Jahr vom Fuchs geholt (3 x hintereinander) und deswegen haben wir mit der Hühnerhaltung abgeschlossen, im Nachhinein, Gottseidank, denn unsere Hühner waren immer draußen und hatten für Nächtens zum schlafen einen kleinen Stall (drum hatte es auch der Fuchs so leicht).
    Ich halte kein Tier in "Unfreiheit", die Katze hat eine eigene Tür sie kann gehen und kommen wann immer sie will und den Wunsch meiner Tochter nach einem Vogel werde ich nicht erfüllen (obwohl ich sonst keine Rabenmutter bin) was Flügel hat muß fliegen können (wann immer es will und wohin es will).
    Nur meine Meinung.
     
    #14
  15. 28.02.06
    taxmaxx
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    taxmaxx WK-Rezeptetopf

    Salut,

    und gleich vorweg - ich habe überhaupt keine Ahnung, von den weiteren Vorschriften, aber ich frage mich schon die ganze Zeit: Was ist eigentlich mit einer Voliere?
    Mein Onkel hält alle möglichen Ziervögel - und denen hat er eine Riesenvoliere draußen gebaut.
    Kann man so einen Hühnerhof nicht großflächig mit Maschennetz überspannen? Ich meine, in Florida sind ganze Swimmingpools mitsamt der Liegewiese unter Maschennetz (nicht wegen der Vogelgrippe, sondern wegen der Mosquitos), und deshalb schwebt mir spontan vor, dass es doch gar nicht sooo schwierig sein dürfte, den Hühnerhof einfach gegen freifliegende Wildvögel von oben abzuschotten?
    Oder ist das jetzt ein sehr dämlicher Vorschlag?

    Ansonsten ist mir persönlich die Vogelgrippe ganz komplett und vollkommen schnuppe. Ich sehe das wie Petra, an irgendwas muss ich eh sterben und die Wahrscheinlichkeit unters Auto zu kommen oder an Krebs zu erkranken ist immer noch um ein Vielfaches höher als sich die Vogelgrippe einzufangen. Deshalb verfolge ich auch höchst amüsiert und gleichzeitig doch geschockt, wie hysterisch viele Menschen auf diese ungewisse Bedrohung reagieren. Die Tierheime saufen ab unter den Massen der abgegebenen und ausgesetzten Haustiere und seit neuestem sind auch Nutztiere dabei - so werden z.B. in Mengen Hühner nachts und anonym über die Zäune der Tierheime geworfen. Ja, ticken die Leute denn noch sauber? Qualmen seit Jahren wie die Schlote und haben jetzt Panik vor der Vogelgrippe - da bleibt mir nur noch ein Kopfschütteln.

    Grüße
    anje, viel zu fatalistisch für jede Sorte von Panik
     
    #15
  16. 28.02.06
    km62
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    km62 Campingkocher

    Liebe Hühnerhalterinnen!

    Dass Hühner, die plötzlich nicht mehr ins Freie kommen, zu legen aufhören, ist ganz normal. In freier Natur legen Hühnervögel im Frühjahr, wenn die Tage länger werden. Wenn sie kürzer werden, kommt der Winter und sie beenden die Legetätigkeit. Licht muss nich Sonnenlicht sein. Die Stammeltern unseres Hühner lebten in dichten Wäldern und hatten es dort auch eher dunkel. Achte nur, dass die tägliche Beleutungsdauer nicht all zu kurz ist. 60 Watt je 10 qm Stallfläche ist ausreichende Helligkeit. Zur Zeit sollte die künstliche Beleuchtung mindestens 12 Stunden pro Tag betragen und bis zum Hochsommer alle 2 Wochen um 1/2 Stunde länger werden.

    Wenn die Tiere nicht hinaus dürfen, sollte ihnen die Möglichkeit zum Scharren und Futtersuchen geboten werden. Sehr günstig ist es, Trockenheu ca. 10 cm hoch auf dem Boden aufzuschütten und dann etwa alle Wochen einen kleinen Haufen dazu zu geben. Die Hühner sorgen mit ihrem Scharren dafür, dass der Bodenbelag nicht schimmelig wird. Außerdem zupfen sie die Blättchen des Heues und die Dotter färben sich durch das im Heu enthaltene Chlorophyll wunderschön goldgelb. Stroh hat diesen Effekt nicht. Stallreinigung etwa alle 6 Wochen.

    Hühner haben keine Zähne, sondern einen Muskelmagen, in dem die Nahrung zerrieben wird. Dazu benötigen sie kleine Steinchen, die sie mit der Nahrung aufpicken. Bei Stallhaltung sollte eine flache Schale mit geschrotetem Muschelkalk, dem eine Handvoll Seesand zugesetzt wurde, in einer Ecke stehen.

    Hühner fressen in der Natur Körner, Würmer und Insekten. Leider ist das Füttern von Tiermehl als Folge der BSE-Krise nicht mehr gestattet (aber gut für die Hühner wäre es schon). Gekochte Fleischabfälle in Mengen bis zu 10 % des normalen Körnerfutters auf die Einstreu geworfen würden den Tieren Beschäftigung bringen und Spaß machen. Und wenn darauf die eine oder andere Made wachsen würde, wäre sie bald aufgepickt und ein Huhn wäre wieder etwas glücklicher.

    Ein Hahn kann ungefähr 6 bis 12 Hennen betreuen. Sind es weniger, dann kommen die Hennen nicht zur Ruhe, sind es mehr, werden nicht mehr alle Eier befruchtet. Falls die Eier gegessen werden sollen, schadet das nicht.

    Bei ausschließlicher Stallhaltung sollte die Dichte der Vögel nich größer als 5 Stück je qm sein, wobei 50 Hühner auf 10 qm besser ist, als 5 Ministälle zu 2 qm für je 10 Hühner. (10 Hühner auf 10 qm ist noch besser)

    Die Obergrenze von Hühnern in einem Stall oder in einem Gehege sollte die Zahl von 50 Stück nicht überschreiten. Jedes Huhn kann sich etwa 50 andere Hühner merken. In einer Herde bildet sich kurz vor Legebeginn eine Hackordnung aus, in der dann jedes Huhn seine Rangordnung hat. Nach einigen Wochen ist der Kampf um die Rangordnung beendet und jedes Huhn kennt seinen Platz ohne weiter kämpfen zu müssen. Ist die Herde aber größer, dann endet die Hackerei nicht und die Hennen sind ständig in Kampfbereitschaft. Das ist überhaupt nicht artgemäß. So gesehen ist auch die Freilandhaltung durch die Landwirte durch die zu große Hühnerzahl je Herde ebenfalls tierquälerisch.
     
    #16
  17. 28.02.06
    Sabine67
    Offline

    Sabine67

    Kurt! Du bist echt `ne Wucht!

    Habe Deinen Beitrag sofort kopiert und werde ihn für evtl. Schulaufsätze abheften :rolleyes: !

    Liebe Grüße nach Österreich!
    Bibi
     
    #17
  18. 28.02.06
    Swyma
    Offline

    Swyma Sponsor

    Taxmaxx, glaubst Du wirklich das Vogelschiete sich durch Draht abhalten lässt??? :wink:
     
    #18
  19. 01.03.06
    WK-Rezeptetopf
    Offline

    WK-Rezeptetopf Beiträge ehemaliger Benutzer/innen

    Hi Anje,

    soweit ich das verstanden habe, muß zumindest ein Dach über der Voliere sein, damit die überfliegenden Wildvögeln nicht in die Voliere sch.....können.

    Gestern haben sie im Fernsehen darüber spekuliert, wie sich der Vogelschiß eines infizierten Vogels in einem Badesee auswirkt..... :roll:

    Garnicht....wenn es eben nur einer ist.....

    Aber wenn ein Schwarm Vögel einen kollektiven Badeesee-Toilettenausflug macht??

    Ich ahne, die Freibäder bleiben in diesem Sommer relativ leer....
     
    #19
  20. 01.03.06
    Petersilie
    Offline

    Petersilie WK-Rezeptetopf

    ...und nun?
    "Ausgangssperre für Katzen und Leinenpflicht für Hunde" am Bodensee. Kam vorhin im Radio.

    Ist natürlich doof, wenn die Katze kein Radio hat und das jetzt nicht mitbekommen hat...(weil sie unterwegs ist).

    Meine ersten Katzen waren "Freigänger" - das hätte ihnen nicht so gut gefallen. Andererseits muß man sie ja auch "kasernieren", wenn sie z.B. krank sind. Da müssen sie halt jetzt durch.

    Übrigens ist bisher kein Fall bekannt, in dem sich die Vogelgrippe vom Hund/von der Katze auf den Menschen übertragen hätte.

    Naja, ich wünsch' Dir und Deiner Katze das natürlich nicht, aber wenn eine Ausgangssperre für Katzen in Deine Gegend kommen sollte, wirst Du die Katze doch nicht gleich abmurksen, oder?

    Ich würde meine Katzen auch gerne die ganze Zeit 'rauslassen und in "Freiheit" halten, aber mein Kater ist der Ansicht, daß sich LKWs davon in die Flucht schlagen lassen, wenn er sich mitten auf die Straße stellt, einen Buckel macht und gefährlich guckt.
    Also bleibt er drin und geht 2-3x am Tag im Garten spazieren. In menschlicher Begleitung. Letzten Endes ist das nix anderes, als wenn ich mit einem Hund Gassi gehen würde.
    Meine Katze ist ein Angsthase, die entfernt sich nicht weiter als 2m von mir, wenn wir 'rausgehen.

    Leider kann man nicht jedes Tier "frei" halten (bzw. "nicht halten") - unsere Umwelt ist nicht so, wie die Natur das mal geplant hatte.

    Stimmt. Oder sie sterben an den Folgen von Übergewicht. Oder an einer Leberzyrrhose (schreibt man das so?). Oder an AIDS. Oder am Autofahren. Oder am Zebrastreifen. Oder in Lawinen. Oder an Christbäumen, vergessenen Kerzen, durchgebrannten Kaffeemaschinen, Sport, Stress oder Einsamkeit. Oder an einer "ganz normalen" Grippe (ohne "Vogel-"), ärztlichen Kunstfehlern usw. usw.
    Soll man jetzt seine Kinder über'n Zaun des Jugendamtes werfen, damit sie nicht, wenn sie später mal an Scharlach erkranken, durch eine ärztliche Fehldiagnose sterben? Da schüttel' ich mal eifrig mit Dir mit...

    @Kurt

    Das war, wie immer, sehr lehrreich!
    Sollte ich mich in ferner Zukunft mal für Hühnerhaltung entscheiden, fühle ich mich durch Deinen Beitrag jetzt viel gewappneter.
    Danke.

    Gruß

    -Petersilie, die das Pferd, daß sie sich in naher Zukunft mal anschaffen will, nicht frei durch die kurpfälzische Prärie laufen lassen wird, sondern es auf einer eingezäunten Koppel (unfrei) halten wird.
     
    #20

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