Gutes Pflanzenfett?

Dieses Thema im Forum "Backen: Fragen und Hilfe" wurde erstellt von taxmaxx, 15.06.06.

  1. 15.06.06
    taxmaxx
    Offline

    taxmaxx WK-Rezeptetopf

    Guten Morgen,

    gestern habe ich mir endlich das Buch geleistet, um das ich schon seit längerem herumgestrichen bin, und nun fand, es sei endlich an der Zeit, mir mal wieder was zu gönnen...
    Dieses hier: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3895082724/qid=1150355535/sr=1-2/ref=sr_1_8_2/028-4590724-2628519

    Nachteil des Buches ist sicherlich, dass es nicht mit unseren bekannten Gramm-Angaben arbeitet, sondern nur mit Tassen, aber wer schon von Hause aus nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, kann ja ruhig noch eine weitere opfern und damit abmessen >g<, damit komme ich also prinzipiell klar.

    Nur das mit dem Pflanzenfett ist mir noch ein Rätsel.
    1 Tasse Pflanzenfett entspricht 250g Margarine - soweit so gut. Aber wo sind die Qualitätsunterschiede? Was also ist "hochwertig" und was ist dementsprechend weniger wertvoll?
    Und in der Liste der "Alternativzutaten" schreibt er, man könne statt Margarine auch zum Backen geeignetes Pflanzenöl verwenden. (Ließe sich in Tassen ja auch wesentlich leichter abmessen, ich grübele schon die ganze Zeit, ob die Amis wirklich die Margarine erst mühevoll in eine Tasse quetschen zum messen, um sie dann wieder rauszukratzen? Ich glaube echt, die spinnen, die Amis, aber egal, ich wiege lieber)
    Aber was wiege ich? Ich meine, ist Becel jetzt hochwertiger als "normale" Margarine? Oder welche Pflanze liefert besonders hochwertiges Fett und welches sollte man lieber nicht nehmen?
    Wo ist überhaupt der Unterschied zwischen Öl und Margarine? (Sehen kann ich den auch, aber wie entsteht das?) Es gibt Sonnenblumenöl und Sonnenblumenmargarine, was ist in dem einen mehr oder weniger oder anders drin? Und wie verhält sich der Unterschied beim Backen? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es zu einem ähnlichen Ergebnis führt, ob ich nun Sonnenblumenöl oder -margarine verwende.

    Bevor ich hier also wilde Experimente à la Jugend forscht unternehme, hoffe ich erst ein bisschen chemisch-theoretische Aufklärung zu bekommen, ich denke, damit kann ich dann schon mal die gröbsten Fehler vermeiden.

    Grüße
    anje, die schon immer gerne Kekse außerhalb der Weihnachtssaison backen wollte, bisher aber nur klassische Weihnachtsrezepte kannte und in denen ist nie so pingelig unterschieden worden
     
    #1
  2. 15.06.06
    Benedicta
    Offline

    Benedicta

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hi Anje,

    ich hasse Tassen-Rezepte - wozu hab ich schließlich ne Waage? Und Körner haben auch immer ein anderes Raummaß als gemahlenes Mehl...
    Aber seit ich das hier entdeckt habe, ist mir das wurscht :)
    (Auch nützlich, wenn man englische Rezepte aus dem www hat, die völlig seltsame Mengenangaben verwenden :))

    Zum Thema Öl: Sonnenblumenöl geht gut, aber da ich das wirklich seltenst verwende, wird es bei mir immer ranzig - und das schmeckt dann :pukeleft:
    Deshalb ersetze ich das Fett (welches auch immer) normalerweise durch Butter :oops:

    Grüße,
    Benedicta
     
    #2
  3. 15.06.06
    taxmaxx
    Offline

    taxmaxx WK-Rezeptetopf

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Salut,
    und Danke.

    Interessanter link - das ist jetzt meine dritte Umrechnungstabelle, die ich kenne und überall stehen andere Gramm Angaben für eine Tasse. Spannend. Nehme ich den Mittelwert? Dann sollte ich nach dem Gesetz der großen Zahlen aber wohl besser noch ein paar mehr Tabellen suchen, damit der Durchschnitt genauer wird.

    Yep - soweit gehe ich konform. Aber dass Butter und Zucker das gleiche Raummaßen haben sollen, verwundert mich schon etwas, vor allem da auf der ersten Seite Butter=Zucker mit 225g angegeben wird und in der detaillierten Liste bei Butter dann schon wieder 240g steht. Noch verwunderlicher finde ich es allerdings, dass das Raummaß von Margarine um 25% kleiner ist als das von Butter. Denn Margarine hat laut dieser Tabelle nur noch 180g.

    Messen die Amis eigentlich WIRKLICH und in echt mit Raummaßen? Dann muss bei denen doch auch ständig was anderes rauskommen, denn wenn ich mir ansehe, wie unterschiedlich schon meine Meinung im Vergleich zu der meiner Kinder ist, wenn es um die Frage geht, wann ein Glas voll ist........ und Flüssigkeiten lassen sich zumindest theoretisch ja noch halbwegs exakt per Raummaß messen. Dafür aber schlecht transportieren, insbesondere für Leute mit Parkinson (oder für Anjes nach einer langen Nacht.......) und immerhin von der Tasse bis in die Rührschüssel sollte man sein Raummaß ja verlustfrei transportieren können, ähem, räusper

    Aber vielleicht ist das auch die Erklärung für die ab und an erratischen Anzeigeergebnisse von Jacques' Waage: Er ist eigentlich auf amerikanische Raummaaße programmiert, rechnet dann extra für uns um und dann kommt halt jedesmal was anderes raus.

    Die Umrechnung selber habe ich deshalb schon lange in den Bereich von Pi mal Daumen verschoben, da mache ich mir einfach keinen Kopp mehr drum - aber wo die Unterschiede von hoch- zu minderwertigem Pflanzenfett sind, würde mich schon interessieren. Pauschal immer Butter zu verwenden scheint auch nicht das Ideale zu sein, zumindest schreibt Herr Gillespie, dass die Cookies seines Vaters immer besser waren als seine und dass das daran lag, dass sein Vater eben hochwertiges Pflanzenfett nahm, während er nur "gute Butter" verwendete.

    Grüße
    anje, die heute aber erstmal Kuchen und Marmelade kochen muss, schließlich liegen hier 5kg Erdbeeren, die einer dringenden Verarbeitung entgegensehen
     
    #3
  4. 15.06.06
    makiosparadies
    Offline

    makiosparadies genussvolle

    #4
  5. 15.06.06
    hamburgerdeern
    Offline

    hamburgerdeern

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hallo, Benedicta,

    Du brauchst gar keinen roten Kopf zu kriegen - wir Menschen sind "Säugetiere". Daher ist Butter für uns eins der bekömmlichsten Fette.

    Margarine, liebe Anje, die ja aus Pflanzenölen besteht, ist normalerweise chemisch verändert. Sonst wäre sie nicht so fest. Umestern nennt man den o. e. Vorgang. Dadurch ist sie nicht mehr natürlich und kann unserem Körper sogar schaden.

    Die Anti-Butter-Kampagnen der 70er Jahre wurden alle von der Margarine-Lobby finanziert. Butter wurde verteufelt. Mittlerweile wissen wir es besser.

    Es gibt aber auch, abhängig von den verwendeten Ölen, Margarinen, die natürlich sind. Becel gehört ganz sicher nicht dazu. Geh' mal in den Bioladen und sieh' Dir die Margarinemarken an. Mindestens eine (Quader in grün-goldener Verpackung) kenne ich so. Vielleicht gibt's heutzutage noch mehr.

    Beste Grüße

    Jutta
     
    #5
  6. 15.06.06
    Benedicta
    Offline

    Benedicta

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    @Anje: hmm, das mit den Unterschieden ist mir noch gar nicht aufgefallen - hab die Tabelle bisher nur für die Übersetzung englischer Rezepte genutzt, und da war Butter in "Sticks" angegeben :cool:

    Die Ergebnisse waren aber durchaus brauchbar (wobei es auf 5 Gramm hin oder her meistens eh nicht ankommt, und ich sowieso immer noch rumändere - hier mal den Zucker reduzieren und dafür da etwas mehr Kakao - ist im Zweifelsfall auch nicht die Tabelle schuld ;))

    @Jutta: na, das beruhigt mich ja :) Wobei ich zum Braten (hohe Temperatur) Palmin nehme, weil Butter mir da immer verbrennt...

    Übrigens konnte ich bei Muffins (einziges Rezept in meiner Sammlung, das Öl vorschreibt) noch keinen Unterschied zwischen Öl und Butter feststellen, außer, dass Butter eben nicht ranzig schmeckt.... Man muss halt drauf achten, dass die Butter dann eher weich ist :)
    Bei Cookies kommt es meiner Erfahrung nach mehr auf die richtige Verarbeitungstemperatur des Teiges an. Ist er zu weich, fließen die Cookies :-(

    Grüße,
    Benedicta
     
    #6
  7. 15.06.06
    Pippilotta
    Offline

    Pippilotta Moderator

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hi Anje,

    du fragst dich grad wie die Amis das mit den Tassen und den unterschiedlichen Gewichten hinkriegen, ich frag mich das nicht. Die kriegendas nämlich genau aus dem Grnund NICHT geregelt und haben drum für alles Halbfertig- oder Fertigprodukte;).

    Liebe Grüße
    Annemarie
     
    #7
  8. 17.06.06
    BeaMuffin
    Offline

    BeaMuffin

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hallo ihr Lieben,
    das Thema gesundes Fett beschäftigt mich auch schon lange, ein Vorteil beim Selberbacken ist schließlich, dass man Einfluss auf die Zutaten hat und eine der ungünstigsten Kombinationen überhaupt ist schlechtes Fett zusammen mit viel Zucker. Also aus dem Supermarkt finde ich deli reform (auch als Pflanzencreme für Muffins z.B. ideal) am gesündesten, weil sie keine gehärteten Fette als eine der ganz wenigen nicht-Bio-Margarinesorten enthält. Ansonsten kann ich euch nur Rapsöl ans Herz legen, das ist soll noch gesünder sein als Olivenöl und man kann auch prima damit backen, wenn die Rezepte etwas herzhafter sind (also z.B. mit Vollkornmehl und Nüssen etwa). Eine meiner Töchter studiert mit Begeisterung Ernährungswissenschaft und ist immer auf der Höhe der Zeit, was die aktuelle Forschung betrifft und Rapsöl ist momentan das Nonplusultra unter den Fetten. Dabei sollte man auf eine gute Qualität achten, also nicht das allerbilligste nehmen, bei dm gibt es ein ganz gutes, bei dem auch der Preis stimmt.
    Was die Tassenrezepte betrifft muss ich noch anmerken: amerikanische und englische cups unterscheiden sich in der Größe, also darauf achten, womit man es zu tun hat (die engl. und austral. Tassen sind etwas größer)! Die Briten sind allerdings schon seit Jahren (als EU-Bürger) vernünftigerweise am Umsteigen auf metrische Angaben und führen cups nur noch für ihre unverbesserlichen Traditionalisten als zusätzliche Angabe auf.
    LG,
    BeaMuffin
     
    #8
  9. 21.06.06
    WK-Rezeptetopf
    Offline

    WK-Rezeptetopf Beiträge ehemaliger Benutzer/innen

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Meine Theorie zum Thema Abmessen in Tassen

    Nun, die Amerikaner, von denen wir hier sprechen, sind im Ursprung meist europäische Siedler, die oft mit nichts in der neuen Welt ankamen. Viele zogen aus den großen Städten in das weite Land.

    Sie hatten nur, was sie unbedingt brauchten, einen Teller, eine Tasse, Essbesteck, ein Kessel den sie über das Feuer hängen konnten, eine Gußeisentopf (Dutchoven) den sie in der Glut vergraben konnten (auch eine Art Crockpot).

    Eine Waage hatten sie nicht, die waren ja auch noch sehr sperrig früher. Vielleicht haben sich daraus die Tassenrezepte ergeben. Vielleicht auch die Muffins, weil keine Backformen vorhanden waren, dann wurde der Kuchenteig auf Tassen verteilt und gebacken. Es gibt ja auch die "Cupcakes".

    Warum es aber den Übergang zu den Waagen nicht gegeben hat ist auch mir schleierhaft. Seit wann wird hier eigentlich gewogen? Meine Schwiegermutter hat noch Rezepte von ihrer Schwiegermutter, da steht immer: eine reichliche Hand voll Mehl... usw.

    Wie gesagt, alles nur eine Idee von mir.


     
    #9
  10. 21.06.06
    taxmaxx
    Offline

    taxmaxx WK-Rezeptetopf

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hi
    und danke für den Tip mit dem DM-Markt. Da wir dieses Jahr nicht nach Frankreich fahren, neigen sich meine Rapsölvorräte langsam dem Ende zu, bisher habe ich nämlich immer eine ganze Kiste von dort mitgebracht, für 79cent fand ich den Preis unschlagbar und die Flaschen haben einen guten "Testvermerk".
    Ich koche und frittiere schon seit Jahren nur noch mit Rapsöl, wäre aber nicht auf den Gedanken gekommen, dass ich es statt Butter oder Margarine in einem Teig verwenden kann. Werde ich jetzt aber einfach mal ausprobieren.

    Insgesamt habe ich hier auch eine Menge über Fette gelernt - wenn ich künftig Margarine kaufe, dann nur noch Sonnenblumenmargarine, denn dass es da solche Unterschiede gibt, war mir nicht klar.

    Grüße
    anje, mittlerweile fettbelesen
     
    #10
  11. 21.06.06
    Swyma
    Offline

    Swyma Sponsor

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Damit es nicht langweilig wird, habe ich hier auch noch eine Seite wo man Umrechnungen der unterschiedlichsten Angaben findet.

    http://www.kirchenweb.at/kochrezepte/

    hier nund unter Service auf Umrechnungen gehen.
     
    #11
  12. 21.06.06
    Swyma
    Offline

    Swyma Sponsor

    AW: Gutes Pflanzenfett?

    Hallo Sausanne,

    Deine Überlegung ist garantiert richtig, nur heute gibt es ja genaue Maßangaben für die alte Bezeichnung. 1 Cup ist ca. 110 g.

    Ich habe seid der Zeit wo die Freundin meiner Ma in den Staaten lebt ein Cup Maß um mir die Umrechnerei zu ersparen.=D
     
    #12

Diese Seite empfehlen