Hintergrundinfos zu den aktuellen Lebensmittelskandalen

Dieses Thema im Forum "Food" wurde erstellt von sacha, 08.03.13.

  1. 08.03.13
    sacha
    Offline

    sacha Foren-Admin

    Hallo,

    gerade habe ich auf unserer Facebook-Seite ein paar Links eingestellt:

    NDR Zapp:
    Kein Vertrauen in die Lebensmittelbranche
    Pferdefleisch, Futtermittel, Hühnerhaltung - Krisenkommunikation wird nirgends so dringend benötigt wie bei Lebensmittelskandalen. Aber genau da bleibt sie bisher aus.
    Kein Vertrauen in die Lebensmittelbranche | NDR.de - Fernsehen - Sendungen A - Z - Zapp - Medien und Politik / Wirtschaft

    Interview mit Foodwatch-Vize Matthias Wolfschmidt
    "Die Regierung schützt Lügner und Betrüger"
    "Die Regierung schützt Lügner und Betrüger": Interview mit Foodwatch

    Ein interessantes Interview und grundsätzlich stimme ich auch zu - aber Zitat: "Worauf können wir uns überhaupt verlassen bei einem Konsumgut, dem wir nicht ausweichen können?" lässt den Verbraucher ein wenig zu hilflos wirken. Hier sind Wunderkessel-BesitzerInnen schon ein wenig im Vorteil, weil der Anteil von Grundnahrungsmitteln in ihrem Einkaufskorb höher ist. Aber auch alle anderen könnten konsequent nach den höchstmöglichen Qualitätsmaßstäben einkaufen. z. B. bei regionalen Bio-Produzenten mit viel Transparenz. Wenn es um die Kosten geht, sind Bio-Food CoOps ( http://de.wikipedia.org/wiki/Foodcoop) sehr interessant.
    Trotzdem sind die Vorwürfe absolut berechtigt: was bringen Siegel und gesetzliche Vorgaben, wenn sie so unwirksam kontrolliert und geahndet werden.

    Was kann man noch tun? Weniger tierische Nahrung? Verstärkt bei kleinen, regionalen Anbietern kaufen? Möglichst viel selbst anbauen (Honig, Gemüse, Obst)? Zumindest letzteres ist beim Stadtmenschen wohl nicht so einfach? Oder geht es doch (Stichwort Schrebergarten).

    Wie geht ihr mit den Skandalen um? Beeinflussen sie euer Konsumverhalten?

    Ciao,
    Sacha
     
    #1
  2. 08.03.13
    Susasan
    Offline

    Susasan *

    Hallo Sacha,
    vielen Dank für die Links - die habe ich mir mal abgespeichert und guck sie in Ruhe an.

    Ja, was kann bzw. könnte jeder einzelne machen? Ich denke, dass schon ein großer Packen an Problemen weniger wäre, wenn die Verbraucher sich mal wieder auf die regionalen und auch jahreszeitlichen Erzeugnisse konzentrieren würden - sich vom täglichen Fleisch auf dem Teller verabschieden und evtl. auch mal etwas mehr Geld für die Lebensmittel in die Hand nehmen würden und stattdessen vielleicht einen Urlaub weniger machen. Grundsätzlich auch mal etwas knapper einkaufen - damit würde auch nicht so viel weggeschmissen werden.
    Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich so viel als möglich von Direktvermarktern beziehe, was allerdings auch durch unsere ländliche Gegend eher machbar ist. Ich denke, man kann schon mit wenigen kleinen Dingen doch einiges bewegen.
     
    #2
  3. 08.03.13
    ibag62
    Offline

    ibag62

    Hallo Sacha,

    wir Deutschen sind die Nation, die am wenigsten Geld für Lebensmittel ausgibt.
    Wir wollen Fleisch für 2,99€ das Kilo...
    Wenn da nicht bald mal ein Umdenken stattfindet, kann es gar nicht besser werden.
    Wenn der Kunde billig einkaufen will, muss der Verkäufer noch billiger einkaufen bzw. produzieren,
    da sind so Aktion wie verarbeitetes Pferdefleisch aus unklaren Verhältnissen doch vorprogrammiert.
    Oder billig Bioeier, wo sollen die denn in diesen Massen herkommen? Vor allen Dingen so schnell.
    Der Kunde verlangt Billigeier, und die stehen dann in rauhen Mengen morgen in den Regalen!

    Ich bin der Meinung, wir müssen alle mal ganz dringend darüber nachdenken, ob die Billigpreise für
    unsere Lebensmittel gerechtfertigt sein können?

    Ich persönlich versuche eben auch, Produkte zu kaufen, die aus der Region sind, keine weiten Wege haben, und
    auch Arbeitsplätze bei uns hier sichern.

    LG
    Gabi
     
    #3
  4. 08.03.13
    sacha
    Offline

    sacha Foren-Admin

    Hallo,
    das mit den Preisen und regionalen Produkten sehe ich auch so und jahreszeitlich ist für mich gerade besonders aktuell, weil wir wegen diverser Lebensmittelunverträglichkeiten stärker auf Grundnahrungsmittel und frische Sachen angewiesen sind. Wobei für die Leute in Niedersachsen sind die Eier ja dann regional, wenn man auf die Packung schaut. Hier müsste man regional dann schon so eng fassen, dass man wirklich weiss, wo es herkommt. Saisonal ist gerade im Moment auch schwierig, der Bio-Bauer vor Ort sagt, dass die Vorräte zur Neige gehen und die ersten Ernten kommen erst im April. Deshalb sind sie zur Zeit auf Exporte aus Italien angewiesen und da muss man sich dann doch wieder auf andere verlassen.
    In dem Zusammenhang fällt mir auch auf, dass die Fastenzeit hier gut hineinpasst. In dieser Zeit haben die Leute früher sowieso kaum etwas zu essen gehabt. Aber das weicht jetzt vom Thema ab ;).

    ciao,
    Sacha
     
    #4
  5. 09.03.13
    mapoleefin
    Offline

    mapoleefin

    Hallo Sacha,

    auch ich versuche, so oft wie möglich, regional einzukaufen. Nur was nützt mir meine gute Absicht, wenn es der Markt dann nicht hergibt.

    Eier kaufe ich jetzt immer auf dem Markt. Die kommen von einem Geflügelhof, der nur 10 Autominuten von meinem Wohnort entfernt ist. Geflügel kann ich da auch einkaufen. Beim Fleisch werde ich dazu übergehen, bei einem Fleischer einzukaufen, der noch selber schlachtet. Der hat auch Kontakt zu den Bauern aus der Region, woher er seine Schlachttiere bezieht. Ist zwar nicht Bio, aber qualitativ sehr gutes Fleisch. Da lohnt es sich auch, 10 Minuten mit dem Auto zu fahren und etwas mehr einzukaufen und dann einzufrieren.

    Und dann muß ich dann auch noch das Essverhalten meiner Kiddies beachten. Die essen zur Zeit nur Granny Smith Äpfel. Die kommen aber aus Südtirol (früher gab es die nur aus Südafrika oder Chile :eek:). Andere Äpfel essen sie nicht, obwohl es so leckere Sorten aus dem alten Land gibt. Oder die aus dem eigenen Garten. :rolleyes: Kohl ist auch so ein typisches Wintergemüse. Aber das mögen sie nicht. Ansonsten kann ich mich über ihr Essverhalten nicht beklagen. Ich versuche ihnen auch klarzumachen, daß man das essen sollte, was gerade Saison hat. Das z. B. Tomaten im Winter einfach nicht schmecken. Es sich also nicht lohnt, die jetzt zu kaufen. Und da ist es egal, ob die Bio oder konventionell sind.

    Überhaupt: Brauchen wir so viel Auswahl bei den Nahrungsmitteln? Einfachheit, auch in der Ernährung, ist das, vorüber ich in letzter Zeit viel nachgedacht habe. Vielleicht sollten wir auch mal darüber nachdenken, wie sich unsere Vorfahren ernährt haben.
    Die kannten keine Orangen, Kiwis, Mangos, Papayas, Grapefruits, Bananen, Erdbeeren im Winter.
    Fleisch gab als Sonntagsbraten nur am Sonntag. Wurst nur sehr wenig.

    Aber das ist ein schwieriges Thema und jeder muß letztendlich die für ihn passende Lösung finden.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende allen hier Lesenden!
    Pascale
     
    #5
  6. 09.03.13
    Andrea
    Offline

    Andrea Sponsor

    Hallo,
    wie manche ja wissen, hatte ich bis vor 2 Jahren noch einen kleinen Obst-,Gemüse und bio-Laden namens "Karut & Rüben". Ich musste das Geschäft u.a. deswegen aufgeben, weil ich immer mit den billigeren Produkten im Supermarkt verglichen wurde und nur als Notlösung herhalten durfte, also wenn z.B. die Radieschen im Supermarkt nicht mehr toll aussahen. Dann immer der Spruch "Aber bei XY gibt es ja jetzt auch schon BIO - wieso sind Sie so teuer?" Ich war regional - direkt im Ort - hatte eine Riesensortiment - und konnte deshalb keine Billig-Preise machen. Aber das verstehen die Leute nicht. Auf dem Dorf, da muss es billig sein:rolleyes: Als wenn ich hinter dem Laden (den ich gemietet hatte) noch einen Acker hätte, um alles frisch zu ernten!
    Vielen Menschen ist das Verständnis für die Zusammenhänge abhanden gekommen. Warum gibt es im Winter keine deutschen Tomaten? Soll man im Winter lieber (teuer gelagerte, meist mehlige) Äpfel aus Deutschland kaufen oder die von weit her transportierten frischen Äpfel aus Neuseeland oder Argentinien? Die importieren haben eine bessere Ökobilanz, auch wenn man das kaum glauben mag.
    Ich bin nun selbst auf die Qualität in Supermärkten angewiesen und kaufe, so oft es geht, auf dem Wochenmarkt (wo ich allerdings 15 km hinfahren muss, Parkgebühren zahle etc.) oder in kleinen Geschäften, wie ich es hatte. Ich muss aber auch im Supermarkt einkaufen, bin dort aber sehr kritisch und weise den Geschäftsführer auch mal auf falsch deklariertes Obst und Gemüse hin "Auf den Paprika steht Herkunftsland "Spanien" - warum steht am Preisschild "Holland"???"
    Ich wurde als kleines Geschäft (24 qm) oft kontrolliert und bekam unsinnige Auflagen - da ärgern mich die aktuellen Skandale um so mehr, weil da ja offensichtlich nicht streng genung kontrolliert wurde. "Die kleinen werden gehängt, die großen lässt man laufen!" - deswegen bin ich bei foodwatch und informiere mich, wo es geht.
     
    #6
  7. 09.03.13
    ibag62
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    ibag62

    Hallo Andrea,

    ich stimme mit dir absolut überein, ich arbeite in einem kleinen Obst- u. Gemüseladen in einem Stadtteil. Diese unsinnigen Rechtfertigungen
    die man jeden Tag machen muss, sind schon lästig.
    Ich hatte mal ne Kundin, die absolut nur deutsche Ware wollte, spricht ja eigentlich nichts dagegen, wenn es nicht Dezember gewesen wären,
    und sie nicht Tomaten, Erdbeeren und O-Ton : und noch Bananen, die sind doch auch aus Deutschland? (Kundin war zw. 40-50 J. alt)

    Da fällt einem doch nichts mehr dazu ein, oder!!

    LG
    Gabi
     
    #7
  8. 09.03.13
    sacha
    Offline

    sacha Foren-Admin

    Hallo Andrea,
    evtl. könntest du ja die Kontakte zu deinen ehemaligen Kunden nutzen und auch eine Food Co-Op gründen. Wir bestellen bei Landlinie / Naturkost-West. Weitere Infos:
    FoodCoops - auch in Berlin und Brandenburgs
    Zitat:
    finde ich gut, der Wunderkessel ist auch Foodwatch-Fördermitglied.

    Ciao,
    Sacha
     
    #8
  9. 20.03.13
    Kaffeehaferl
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    Kaffeehaferl

    #9
  10. 20.03.13
    Gelihexe
    Offline

    Gelihexe

    Hallo

    da bin ich mal wieder doppelt froh, das ich
    kein Lammfleisch esse.
     
    #10
  11. 14.05.13
    kaffeejunk
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    kaffeejunk Inaktiv

    Sehr hilfreich, habe ich auch mal direkt gespeichert. Ich finde es gut das es solche Internetseiten gibt die über Lebensmittelskandale informieren.
     
    #11
  12. 20.02.14
    Kaffeehaferl
    Offline

    Kaffeehaferl

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