Leberknödel gebacken, nicht gekocht

Dieses Thema im Forum "Hauptgerichte: mit Fleisch" wurde erstellt von km62, 17.10.03.

  1. 17.10.03
    km62
    Offline

    km62 Campingkocher

    Hallo liebe Wunderkesselhexen und solche die es werden wollen,
    auch ein freundliches Servus an die männlichen Forum-User,

    In Österreich gibt es eine Leberknödel-Ideologie-Grenze: Im nördlichen und östlichen Teil liebt man die gekochten (heißen auch bayerische) Leberknödel, im hochalpinen Westen bevorzugt man die gebackenen Leberknödel. Ich habe das Rezept meiner Nachbarin jamestauglich gemacht und auch schon ausprobiert:

    Leberknödel

    160 g Knödelbrot
    1 mittlere Zwiebel
    1 kleine Karotte
    40 g Knollensellerie
    1 Knoblauchzehe
    20 g Butter
    250 ml Suppe
    1 Lorbeerblatt
    2 Eier
    1 TL Senf
    150 g Rindsleber (faschiert)
    1 Prise unbehandelte Zitronenschale
    -- fein gehackt
    1 Teelöffel getrockneter Majoran
    1/2 Bd glatte Petersilie
    Salz
    Pfeffer
    Muskatnuss
    Öl für die Friteuse
    60 g Semmelbrösel

    Brotwürfel in eine weite Schüssel geben.

    Zwiebel geschält und geviertelt, Karotte und Sellerie in Stücke sowie geschälte Knoblauchzehe auf das laufende Messer/Stufe 5 fallen lassen und mit der Butter 3 Min./100°C/Stufe 5 anschwitzen.
    Mit Suppe ablöschen. Lorbeerblatt dazugeben, 2 Min./100°C/Stufe 1 ankocken und über die Brotwürfel gießen. 5 Minuten quellen
    lassen und dann das Lorbeerblatt entfernen.

    Zerpflückte Petersilie 10 Sek./Stufe 8 hacken, mit Eiern mit dem Senf bei Stufe 4 kurz verrühren. Leber, Zitronenschale und Majoran zugeben und 1 Min./Stufe 4 vermischen. Die Knödelbrotmischung bei Stufe 3 unterheben (Spatelhilfe) und mit Salz,
    Pfeffer und Muskatnuss würzen und umfüllen.

    Öl in der Friteuse auf 160 bis 170 °C erhitzen.
    Aus der Lebermasse mit feuchten Händen kleine Knödel formen. Die Leberknödel durch die Semmelbrösel rollen und im heißen Öl goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen

    Hinweise:
    Will man die Knödel größer haben, werden sie zuerst frittieret und dann in einer Rindssuppe noch 5 Minuten gegart.
    Wenn kein Knödelbrot vorhanden ist, 5 altbackene Semmeln würfelig schneiden
    Ein Teil der Suppe kann durch Rahm (süße Sahne) ersetzt werden.
    Der Senf sollte nicht süß sein (ich nehme Estragonsenf).
    Auch hier wieder: Ich kaufe die Leber bereitsch faschiert (=gehackt)
    Übersetzungen:
    Karotte = Möhre
    Suppe = (Fleisch- oder Gemüse-) Brühe
    Semmelbrösel = Paniermehl
    Semmel = Brötchen
     
    #1
  2. 17.10.03
    Rinna
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    Rinna

    Hallo Kurt,

    ich musste schmunzeln als ich Deinen Beitrag bis zu Ende las und an dem Punkt "Übersetzung" angekommen war. :lol: Vielen Dank dafür.

    Aber eine Frage habe ich dennoch. Was ist bitte Knödelbrot? . Beim ersten Mal lesen hatte ich "Knäckebrot" :oops: gelesen, aber beim zweiten Mal viel mir dann auf wie es richtig heißt.
    Kannst Du mir Knödelbrot bitte erklären und meinst Du bei uns gibt es sowas auch bzw. kann man sowas aus Leberknödel selberbacken?
    Vielen Dank

    Ps: den Zusatz, daß man auch normale Semmeln nehmen kann hab ich gelesen
     
    #2
  3. 17.10.03
    Petra*
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    Petra*

    Hallo Rinna,

    Knödelbrot ist bei uns Semmeln(Weckle) vom Vortag in kleine Würfel geschnitten. Ich hoffe du kannst damit was anfangen. :wink:
     
    #3
  4. 17.10.03
    Rinna
    Offline

    Rinna

    Oh danke Petra,

    und ich hab echt gedacht, daß wäre Brot aus übriggebliebenen Knödeln. :oops:
     
    #4
  5. 17.10.03
    km62
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    km62 Campingkocher

    Hallo Rinna,

    In manchen Rezeptbüchern findet man auch:

    Toastbrot entrinden und in Würfel schneiden.

    Im Kochbuch meiner Mutter fand ich: Man schneide zwei Tage alte Semmeln. Dazu kann ich beruhigen: nach 20 Minuten ist man mit dem Schneiden fertig, man braucht nicht zwei Tage dazu.

    Danke Petra für die schneller Erklärung. Wenn man keine Semmeln, keine Weckle und kein Toastbrot hat, kann man auch Weizenmehlbrötchen verwenden. :wink:
     
    #5
  6. 17.10.03
    Pippilotta
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    Pippilotta Moderator

    Ich muß auch noch kurz mitmischen. Bei uns in Bayern gibt es Knödelbrot nicht in Würfel , sondern in dünne Scheiben geschnitten zu kaufen. Ich mach das auch mit meinen alten Semmeln so. Ich schneide sie in der Mitte einmal durch, lege sie mit der Schnittfläche nach unten auf ein Brettchen und schneide dünne Scheiben (ähnlich wie bei Zwiebeln) runter. Ich finde so werden die Knödel noch feiner als mit würfeligem Knödelbrot.

    Noch eine kleine Anmerkung am Rande: Bei uns gibt es nicht nur leberknödel oder Semmelknödel, man kann auch aus alten Brezen Knödel machen (schmecken auch sehr lecker)

    Liebe Grüße
    Pippilotta :wink:
     
    #6
  7. 17.10.03
    WK-Rezeptetopf
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    WK-Rezeptetopf Beiträge ehemaliger Benutzer/innen

    Hallo Ihr Süd-Länder.....!

    Es ist mir ja peinlich. aber diese Frage beschäftigt mich jetzt doch:

    Sind Weckle oder Semmel keine Weizenmehlbrötchen???

    Au weia....aber diese Aufgabenstellung lernen wir im Ruhrgebiet nicht kennen.... :-?

    Vielen Dank für einen Nachhilfe-Unterricht.... :)

    PS:mad: Kurt:

    Deine Übersetzung fand ich klasse!!!!!!! Danke!! =D
     
    #7
  8. 17.10.03
    Pippilotta
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    Pippilotta Moderator

    Hallo Petra,

    doch das seh ich genauso, bei uns sind Semmeln aus Weizenmehl, aber ich weiß natürlich nicht wie das in Österreich ist........ :roll: :p

    Bei uns hier gehören Knödel einfach dazu, aber du kannst dir ja zwischendrinn noch den Kaopf zerbrechen á la Karl Valentin:
    heißt es jetzt die Semmelknödel oder die Semmelknödeln :p =D :p =D :p

    Liebe Grüße
    Pippilotta :wink:
     
    #8
  9. 18.10.03
    km62
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    km62 Campingkocher

    Hi miteinand,

    Laut Karl Valentin heißt es Semmelnknödeln mit n in der Mitte, weil sie nicht nur aus einer Semmel sonderen aus mehreren Semmeln hergestellt werden.

    Daher heißt es auch Zwetschkenknödeln und Kirschenknödeln. Alle Knödeln haben ein n in der Mitte.

    Es gibt aber eine Ausnahme: Lebernknödeln kann man nicht sagen, die heißen nur Leberknödel. Soweit Karl Valentin

    Ein Zusatz: Vielleicht schmecken deswegen Topfenknödeln auch besser als Quarkklöße, die gehen nämlich auch nicht mit n

    Zum Thema Knödelbrot: Solange ich hauptsächlich mit unsere B*u*n*c*t-Küchenmaschine arbeitete, habe ich das Knödelbrot auch in dünnen Scheiben hergestellt, und zwar mit dem Krauthackel (=Weißkohl-in-Streifen-schneid-Scheibe). Natürlich sind alle von mir aufgezählten Kleinbackwaren so wie das Toastbrot aus Weizenmehl-Hefe-Teig hergestellt.
     
    #9
  10. 19.10.03
    Biwi
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    Biwi

    :-O :-O :roll: :roll: :-? :-? :p :p
     
    #10
  11. 11.04.07
    renateO
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    renateO Sponsor

    AW: Leberknödel gebacken, nicht gekocht

    Hallo Kurt, beim kruschen der alten Beiträge kam ich auf Deine Leberknödel. Bei uns gibt es eh nur die gebackenen (die gekochten sehen so grau aus). Die Semmeln zerkleinere ich im TM. Aber weißt Du was mir ganz neu ist, warum rollst Du die geformten Knödel durch die Semmelbrösel?
    Jetzt bin ich aber schon sehr gespannt auf Deine Antwort, bedanke mich dafür und grüße Dich herzlich
    Renate
     
    #11

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