Nellys Tagebuch - eine Katze erzählt aus ihrem Leben: "Tony spielt Verstecken!" (Weih.-Special)

Dieses Thema im Forum "Fellkinder" wurde erstellt von Kraeuterhexe75, 24.12.11.

  1. 24.12.11
    Kraeuterhexe75
    Offline

    Kraeuterhexe75

    Hallo alle zusammen,

    hier maunz der Tony:

    vorab: ein Wort in eigener Sache = mein Frauchen und ich wünschen allen Tier- und Kesselfreunden ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!!

    Mögen alle ihre Pfoten bei sich behalten und zu einem besinnlichen Fest beitragen!

    So, muß leider los... Frauchen und ich haben noch einiges zu tun: Kürbisbrot aus dem Kochatlas backen (das kommt immer soooo gut an, daß man den Leuten in Frauchens Umgebung damit eine echte Freude machen kann - einschließlich Herrchen und mir = wir mögen das Brot nämlich auch sehr gerne...:)),
    Gutschein basteln und das Abendessen vorbereiten, von dem ich sicher wieder nix abbekomme...
    Na, wir werden sehen: wenn die Menschen ihre kleine Bescherung feiern, werde ich mich in die Küche verdrücken und mal schauen, ob es da nicht für mich doch noch was zum Stibitzen gibt...:p

    Wir hoffen, daß Euch auch dieser Tagebucheintrag gefällt und würden uns freuen - spätestens im Neuen Jahr - wieder von Euch zu lesen!!

    Bis dahin alles Gute und maunz, maunz!

    Euer,
    Tony

    -------------

    Jetzt geht´s aber wirklich mit Nellys Geschichte los... beachtet dabei bitte den Zeitsprung in die Zukunft (ich wollte so sooooo gerne mitspielen). Mit der Januar-Ausgabe geht es wieder zurück, aber von da an kontinuierlich, chronologisch weiter vorwärts...



    Nellys Tagebuch – eine Katze erzählt aus ihrem Leben:

    „ Tony spielt Verstecken“ (WEIHNACHTS-SPECIAL)



    Ich drücke mit der rechten Pfote den Hebel der Zeitmaschine und spule in meiner Geschichte ein wenig vorwärts und lande…

    im April 1998


    Tony hat sich längst gut bei uns eingelebt und auch ich freue mich MITTLERWEILE über seine Gesellschaft. Die ersten 3 Tage fand ich ihn richtig gehend ätzend (aber das werdet Ihr noch in einem anderen Tagebuch-Eintrag lesen können)…

    Nun ist alles gut zwischen uns = die Fronten, Zuständigkeiten und Rechte geklärt. Wir liegen wie so oft in letzter Zeit eng aneinander gekuschelt auf der Rückenlehne „unseres“ Sessels. Dieser steht vor dem großen Fensterelement (bodentief) mit Blick in den Garten. Wir dösen. Frauchen kümmert sich am Wochenende – wieder mal - intensiv um den Haushalt. Wäsche waschen, staubsaugen usw. – was eben alles so aus menschlicher Sicht – dazugehört.

    Sie hat gerade die frisch gewaschene Bettwäsche auf den Ständer nach draußen auf die Terrasse zum Trocknen gestellt. Leise wehen die Teile im Wind umher.
    Dann geht sie in den HWR und holt den Staubsauger raus. Brrrhhh, vorbei ist es mit der vormittäglichen Samstagsruhe! Ich persönlich habe ja keine Angst vor dem Ding, aber Tony, der kleine Schisser, der spurtet schon Richtung Küche. Auf seinen Turm. Ich fragt Euch, was der Turm ist?!? Diesen Begriff hat meine Katzen-Omi geprägt… Frauchen hat in der Küche so eine Kombination aus Kühl- und Gefrierschrank. In der Mitte befindet sich die Mikrowelle. Ziemlich hoch das Teil. Von hier unten sieht es so aus als reiche der „Turm“ von der Höhe genau aus die Obergrenze der Hängeschränke. Ganz schön hoch…
    Aber Tony ist ein Hochspringer… der kann hüpfen… da bleibt Euch echt das Mäulchen offen!!! Diese Eigenschaft ist jedoch – leider – aus seiner Not geboren.
    Nach seinem Einzug bei uns am 15. August 1997 habe ich ihn 3 Tage lang gejagt, vermöbelt, eingeschüchtert (JA, ich weiß, das war saublöd und wirklich nicht nett von mir – heute ist mir das auch unangenehm, aber damals musste ich ihm leider sehr deutlich machen, dass ich ihn maximal dulde, aber mehr auch nicht und ich weiterhin hier die Chefin hier im Haus sein werde!). Es blieb ihm nur die Flucht – auf seinen Turm… Er springt seitdem erst auf die Waschmaschine, dann auf´s Fensterbrett, macht eine 180 Grad-Drehung und springt dann mit einem großen Satz auf die Küchen-OBERschränke. Läuft dann einmal die ganze Zeile ab und legt sich dann auf den Kühlschrank. Dort liegen Tisch-Sets (Ihr wisst schon; so Dinger, damit man nicht den Tisch vollkleckert) und es steht noch Frauchens Korb darauf. Dieses Ding nimmt sie zum Einkaufen mit und transportiert darin die leckersten Delikatessen für mich (und na, ja, eben neu auch für Tony…). Oftmals habe ich ihn dabei beobachtet, wie er sich dann auch noch in eben diesem Korb versteckt. Ja, meint der denn, dass ihn der Staubsauger frisst…?!?

    Der Sauger brummt und brummt… mir ist langweilig. Kann das Ding eigentlich noch mehr außer laut zu sein?!? Mal sehen, da hinten hängt so´n langes Kabel raus. Ich zupfe mal mit der Pfote dran. Hhmmm, bewegt sich nicht. Reinbeißen? Nein, Frauchen findet die Idee sicher ganz blöd… Außerdem ist das eine beliebte Freizeitbeschäftigung von Klopfer (den lernt ihr in der Januar-Ausgabe kennen… zur Erklärung: er ist ein Zwergkaninchen) gewesen: Elektrokabel bis auf´s blanke Kupfer freilegen. Das ging bei dem ratzfatz – manchmal kam Frauchen einfach nicht schnell genug hinterher, um ihm diese Unart zu untersagen. Ist ja schließlich gefährlich!! Und wenn er nicht gerade Elektro-Meister gespielt hat, dann hat er sich als „Gärtner“ betätigt und ein wunderschöne Palme „beschnitten“ besser gesagt = angenagt…! Besagte Palme wird auch in meinem Leben noch eine Rolle spielen – die bringt mir mächtig Ärger ein…!

    Nein, Nagen ist also auch nicht das Richtige… draufsetzen?!? So ne´ Art Bobbycar für Miezies?? Das wär´ mal ne´ Erfindung…J. Hüpf´… ich sitze… und Frauchen bewegt sich mit dem Staubsauger vorwärts. Ich kann Staubsauger-Fahren!! Wie gut, dass ich dafür keinen Führerschein brauche… Leider ändert Frauchen just in dem Moment die Richtung und haut mir doch glatt den Schlauch an die Nase… aua… war sicher ein Versehen, aber boxen will ich mit dem Ding auch nicht!! Na, gut, wird wohl doch kein Riesendurchbruch in der Geschichte der Elektro-Geräte-Industrie! Ziehe ich mich eben wieder auf meinen Sessel zurück. Tony hockt eh´ noch auf seinem Turm.
    Endlich: Frauchen räumt den Störenfried weg – dann kann das Kuschelwochenende ja endlich beginnen! Sie setzt sich mit einem Buch auf´s Sofa – mann, die liest aber auch viel – und ich nutze die Gelegenheit und erweise meinen Dienst als Buchstütze. Macht mir gar nichts, dass Frauchen das Buch auf meinem Rücken ablegt (meist hält sie es jedoch selbständig in der Hand – Kinder- und Katzenarbeit findet Frauchen nämlich mehr als furchtbar… wir sind zum Liebhaben da und für nix anderes! So sieht es mein liebes Frauchen…).
    Nach einer Weile kommt nun auch der Turmwächter wieder runter und gesellt sich dazu. 2 Miezies und ein Frauchen – herrlich!!!

    Wir dösen ein… draußen ändert sich jedoch das Wetter (Aprilwetter halt) und es beginnt ein Sturm aufzukommen. Geweckt durch die Geräusche steht Frauchen plötzlich auf; öffnet die Terrassentür und holt den Wäscheständer wieder rein. Zwischenstation Wohnzimmer.
    Da steht auch noch der Tony auf… und läuft Richtung Wäsche…
    Das Telefon klingelt… Frauchens Freundin dran – das kann dauern…J!!
    Ich ahne Füchterliches… Frauchen hat so ein schnurloses Telefon, mit dem sie durch die ganze Wohnung laufen kann. Das macht sie auch gerade – schließt die offenen Fenster, da es zu regnen begonnen hat.
    Ich kann gar nicht hinsehen…

    Rumms, da knallt der Wäscheständer auf das Laminat…
    Tony begraben unter einem Berg von Wäsche… Das wiederum ist sehr lustig anzusehen!! Frauchen kommt ins Wohnzimmer geeilt und sieht die Bescherung…
    Sie hebt den Ständer hoch… Laminat heil; Kater auch! Allerdings „versteckt“ er sich gerade unter einem Spannbettlaken. Ich könnt´ mich kringeln… das sieht sooo lustig ist aus: Tony laut motzend unter diesem Laken… und er findet den „Ausgang“ nicht…J
    Ich kann ihn förmlich hören – Tony sagt: „Mann, ist das dunkel hier! Macht mal einer wieder das Licht an! Das gibt´s doch gar nicht… ich muß doch hier irgendwie wieder rauskommen können!! Ist das peinlich… Nelly wird mich bestimmt auslachen…!“
    Aber statt ihrer Stimme höre ich Frauchens… oh, oh, jetzt gibt´s Ärger…
    Denkste… Frauchen steht und lacht, nachdem sie gesehen hat, dass es mir gut geht… Ich motze: „Mann, ey… ist das ätzend… hier muß es doch einen Ausgang geben…!“ Tony kugelt IN dem Bettbezug durchs Wohnzimmer. Könnte ich, Nelly, lachen, ich würde mich ausschütten… So kann ich jedoch – leider – nur ganz breit grinsen, als Frauchen unseren Tony aus seinem Gefängnis befreit. Der Dummie hätte noch 2 Stunden mit sich selbst „Verstecken“ gespielt… „Männers… wissen nicht wo vorn und hinten ist, aber immer ne´ große Klappe…!“

    Tony zieht beleidig ab… auf seinen Turm.
    Frauchen räumt die trockene Wäsche fort und ich…
    ich wärme schon mal das Sofa vor und dann kann ENDLICH unser Wochenende beginnen…
     
    #1

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