Rund um den KÜRBIS

Dieses Thema im Forum "Fragen und Tipps zu Nahrungsmitteln und sonstigen Themen" wurde erstellt von philothea, 22.01.07.

  1. 22.01.07
    philothea
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    philothea Perle

    Vor Jahren habe ich selbst einmal für eine Kürbisausstellung unseres Gartenbauvereines einen Überblick/Kurzinfo über Kürbisse zusammengeschrieben, den ich hier gerne zur Verfügung stelle:

    Der Kürbis Familie: Cucurbitaceae Gattung: Cucurbita

    Der Kürbis ist eine der ältesten und, zusammen mit Mais und Bohnen, eine der wichtigsten Kulturpflanzen der früheren Kulturen Amerikas. Erst im 16. Jahrhundert, nach der Entdeckung Amerikas, kamen die ersten Kürbisse nach Europa.

    Der Kürbis ist eine getrenntgeschlechtliche und einhäusige Pflanze, männliche und weibliche Blüten kommen an einer Pflanze vor. Die zuerst erscheinenden männlichen Blüten wachsen einzeln auf langen Stielen und können ähnlich wie Hollunder im Teig ausgebacken werden. Botanisch gesehen sind die Früchte Panzerbeeren. Kürbisse kommen in verschiedenen Fruchtformen, -farben und -größen von einigen 100 g bis über 100 kg vor.

    Die Kultivierung
    Die Kürbisse sind problemlose wärme- und lichthungrige Pflanzen, welche für Ihre langen Ranken und das weit verzweigte Wurzelsystem viel Platz brauchen. Sie benötigen einen nährstoffreichen, stets feuchten Boden und sind frostempfindlich. Man beginnt mit der Vorkultivierung in Blumentöpfen 3 bis 4 Wochen vor den Eisheiligen auf der Fensterbank bei 22 bis 25 ° C. Vor dem Aussetzen im Garten werden sie noch ein paar Tage kühler gestellt. Sie werden etwas tiefer als im Topf gepflanzt im Abstand von etwa 1,5 Meter. Kleine buschige Sorten benötigen nur zwischen 0,5 und 1 Meter. Das vorzeitige Abernten unreifer Früchte fördert die Fruchtbildung. Die verschiedenen Kürbissorten brauchen etwa 60 bis 120 frostfreie Tage zum Ausreifen der Früchte. Nur reife, unbeschädigte Früchte mit möglichst langem Stiel eignen sich für die Lagerung an einem kühlen (nicht über 14 °C), luftigen, trockenen Ort. Bestimmte Sorten halten sich bis zur nächsten Ernte.

    Die Samen
    Zur Saatgutgewinnung werden die reifen, gefüllten, festen Samen entnommen, vom umgebenden Fruchtfleisch befreit und anschliessend getrocknet, ohne aber die Temperatur von 30 ° C zu übersteigen. Sie sind bei kühler (4 °C), trockener Lagerung bis zu 6 Jahren keimfähig.
    Die schalenlosen grünen Kürbiskerne des steirischen Ölkürbis (c.Pepo) werden zur Gewinnung des beliebten Kürbiskernöles verwendet. Die getrockneten Kerne werden gemahlen, vorsichtig geröstet und anschliessend mechanisch gepresst. Für 1 Liter reines Öl werden 25 bis 30 Kürbisse benötigt. Es ist sehr dunkel, hat einen intensiv nussigen Geschmack, wird bei Erkrankungen der Harnwege empfohlen und für Massagen, Umschläge, Masken und Bäder verwendet.
    In den Kürbiskernen sind größere Mengen Zink und Selen, Eisen, Magnesium, essentielle Fettsäuren, Vitamin C und Betacarotin enthalten.

    Der Nährwert
    Kürbis ist ein kalorienarmes, vitamin- und mineralstoffreiches Nahrungsmittel. Im Kürbisfleisch sind hauptsächlich enthalten: Provitamin A für die Haut (bis zum 8fachen gegenüber Karotten!), Vitamin B1 für die Nerven und den Stoffwechsel, Vitamin B6 für das Immunsystem und Blutbildung. Größere Mengen Kieselsäure für das Bindegewebe, Haare und Nägel.
    Angeschnittene Kürbisse sollten innerhalb 3 Tagen verbraucht werden.

    Kürbis kulinarisch
    Kürbis ist ein äusserst vielseitiges Gemüse. Es werden wässerige, mehlige, süsse, nussige, trockene, cremig-butterige Sorten, mit Süsskartoffel-, Muskat-, Maronen- bzw. Karottengeschmack charakterisiert. Er kann sowohl roh als auch gekocht, süß wie auch pikant, klassisch in Suppen, zum Braten, als Bratling, Auflauf, Pie, Torte oder Kuchenbelag, als gekochtes Puree anstatt Wasser in Nudel-, Spätzle-, Kuche-, Pizza- und Brotteig, als Soßengrundlage, zur Konfitüre, Kompott, Relish, Chutney, süss-sauer eingelegt, in der Kleinkindernährung mit Kartoffeln oder Apfelmus als Brei, geraspelt zum Griesbrei mit Äpfeln bzw. Bananen und vieles mehr genossen werden.

    Die Gattungsarten
    Jede Gattungsart hat charakteristische Stengel-. Blatt, Blüten- und Sameneigenschaften. Die verschiedenen Arten kreuzen sich nur untereinander. Hier die wichtigsten Nutzpflanzenarten:

    Cucurbita maxima/Riesenkürbis
    In Südamerika entstandene Art. Heute in fast allen tropischen und gemäßigten Zonen der Welt verbreitet.
    Grosse, handförmige Blätter mit glattem Rand, Blatt- und Blütenstiele sind weich. Die meisten Exemplare dieser Art haben eine etwas lederartige Schale, oranges Fruchtfleisch und einen runden, korkigen Fruchtstiel, welcher zur Reifezeit braun und trocken wird. Ihr gehören die sehr großfrüchtigen Sorten, die Hubbard- und Hokkaido-Typen an. Zur Nachreife werden die Früchte für 2 bis 3 Wochen an einem warmen, sonnigen Ort gelagert. So trocknet die Schnittstelle ab und die Schale wird widerstandsfähiger. Auch die Samen reifen noch etwas nach. Die Samen sind weiss, selten bräunlich oder rotgelb, nie schwarz. Große Exemplare dieser Art halten in der Regel nur bis etwa November, kleinere maximal 4 bis 6 Monate.

    Cucurbita moschata/Muskatkürbis oder Moschuskürbis:
    Es wird Mexiko als Ursprungsland vermutet. Vertreter dieser Art sind wärmebedürftiger als ihre Verwandten. Der Fruchtstiel ist wenig gefurcht, dünner und am Fruchtansatz breiter. Sie haben weichbehaarte Blätter, die Farbe der Schale begrenzt sich auf grün, beige und bronze. Muskatkürbisse besitzen ein festes und zugleich feines Fruchtfleisch. Auch diese Art ist für eine Nachreife am warmen, sonnigen Ort dankbar. Die Früchte sollten mindestens 12 Wochen gelagert werden, dadurch gewinnen sie an Geschmack und Aroma. Die Sorte Butternut kann man sogar bis zu 1 Jahr lagern.

    Cucurbita pepo/Gartenkürbis
    Verbreitungsgebiet con Costa Rica bis Nord-Dakota, daher besonders geeignet in gemäßigten Zonen. Sehr reiche Form- und Farbenvielfalt. Hierzu gehören die Zucchini, Pattisons und die meisten Zierkürbisse. Der Fruchtstiel ist dünn, hart und kantig und bleibt auch im Reifestadium grün. Die Pflanze hat tiefgelappte Blätter mit rauhen Stachelhaaren. Zierkürbisse halten länger, wenn sie nach der Ernte ein paar Wochen an der Sonne liegen können. Reife Speisekürbisse sollten jedoch entweder gleich verzehrt oder an den endgültigen Lagerplatz verbracht werden, da die Nachreife an der Sonne die Qualität der Frucht beeinträchtigt. Die Lagerdauer ist sehr unterschiedlich.

    Cucurbita Ficifolia/Feigenblattkürbis
    In Peru seit etwa 200 v. Christus kultiviert. Veredelungsunterlage für Gurken bzw. Melonen gegen Pilzinfektionen und Welkekrankheit. Die Früchte sind grün-weiss gesprenkelt, man kann sie bis zu 3 Jahren lagern. Das Fruchtfleisch ist fest, weiss und saftig. In Mexiko, Spanien und Frankreich wird es zu Konfekt und Engelshaarmarmelade verarbeitet. Sie haben weniger Nährstoffe als andere Kürbisarten.

    Wie unterscheidet man nun essbare Kürbisse von nicht essbaren?

    Einfach Fruchtfleisch probieren - ist es bitter, ist der Kürbis nicht für den Verzehr geeignet.
    Es gibt einige sehr wohlschmeckende Zierkürbisse wie den Türkenturban(c.maxima), die fliegende Untertasse oder Pattisson (c.pepo), den Jack-be-Little (c.pepo) usw.

    Welche Kürbisse sind nun geschmacklich besonders gut?

    Ein besonders delikates Fruchtfleisch besitzen alle cucurbita moschata wie der Butternut (bananengelb) und der große, breite, dunkelgrüne Muskatkürbis mit tief orangem Fruchtfleisch. Des weiteren der Hokkaido, die Hubbard's, der Marina di Chioggia, der Rote Zentner, welche zu den cucurbita maxima gehören. Und bei den cucurbita pepo ist besonders der Delicata (klein und länglich, creme mit grünen Streifen) und der (Sweet Dumpling) hervorzuheben.

    Und was habe ich nun für einen Kürbis?

    Mein Tipp: Seht euch über eine Internetsuchmaschine Rubrik Bilder (z.B. über Google) die gängigsten Exemplare mit den Stichworten...
    Gelber Zentner, Roter Zentner, Muskatkürbis, Butternut, Hokkaido orange, Atlantic Giant, Flat white Boer, Green Hubbard, Golden Hubbard, Blue Hubbard, Ufo-Kürbis,Türkenturban, Langer Nizza, Baby Bear Squash, Pumpkin, Zucchini, Zierkürbisse usw.an; damit sind die auf den Märkten und im Supermarkt angebotenen Exemplare weitgehend abgedeckt, und ihr könnt euer unbekanntes Exemplar zuordnen.
     
    #1
    mapoleefin gefällt das.
  2. 01.11.09
    claudy
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    claudy

    Hallo Christine,

    ich schubs das mal hoch :)
     
    #2
  3. 09.05.12
    Jostablüte
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    Jostablüte

    Hallo Christine,
    super informativ. Werd ich mir ausdrucken und in mein Gartenbuch legen, aber erst lesen ;)
    DANKE
     
    #3

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