spanische Rezeptsammlung - 1059 Seife

Dieses Thema im Forum "Sonstige Rezepte: Kosmetik / Körperpflege" wurde erstellt von Barbara70, 10.01.04.

  1. 10.01.04
    Barbara70
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    Barbara70 Foren-Admin

    1059 Seife

    1l Oel (Kann schon benutzes Oel sein)
    1l Wasser
    200g Aetznatron (span.: sosa caustica)

    In einem Plastikgefaess Wasser und Natron mischen und warten, bis es aufhoert zu kochen. Mit dem Oel im TM mischen und 20min. Geschw.2 programmieren.
    In eine Form fuellen und sobald die Masse fest geworden ist nach Wunsch zuschneiden.
     
    #1
  2. 10.01.04
    Emilia
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    Emilia

    Liebe Barbara,

    bitte entschuldige, wenn ich zu Deinen Seifen noch etwas ganz Wichtiges hinzufüge und zwar dass Ätznatron, NaOH oder Natriumhydroxid stark ätzend und somit unter den Gefährlichen Substanzen geführt wird.

    hierzu ein Text aus meiner Lieblingsseifenseite www.naturseife.com.

    ich habe, zusammen mit Claudia, die die Seiten hervorragend betreut schon selbst Seifen gekocht und daher:

    ------------Zitat------------

    Apotheken und Drogerien verkaufen NaOH in unterschiedlich großen Gebinden, 1 kg Packungen sind üblich. Der Drogist wird Ihnen die Packung wahrscheinlich mit der Ermahnung „Seien Sie vorsichtig, das ist ätzend ! Immer Handschuhe anziehen“ reichen, und damit hat er natürlich recht.

    Gut verschlossen ist NaOH praktisch unbegrenzt haltbar. Schief aufgesetzte Verschlußkappen oder undichte Verpackungen führen zum Verklumpen des Pulvers bzw der Flocken, da Ätznatron Wasser anzieht. In diesem Fall verliert das NaOH einen Teil seiner Wirkung. NaOH muß immer für Kinder und Haustiere unerreichbar aufbewahrt werden. Ein einziger versehentlich verschluckter Kristall führt schon zu schweren inneren Verätzungen.

    Löslichkeit in Wasser: 420 g/l (0 °C), 1090-1260 g/l (20 °C)



    Kinder unter 12, 14 Jahren (je nach Kind ...) und Haustiere gleichgültig welchen Alters haben beim Seife machen nix, aber auch schon überhaupt gar nix verloren ... das Telefon lasse ich klingeln, wenn ich beim Seife machen bin, und die Haustür würde ich - angetan mit Schutzbrille und Gummihandschuhen auch nur recht ungern öffnen - bloß keine Ablenkungen !

    An einer ordentlichen Schutzbrille führt kein Weg vorbei ... wie schon erwähnt, zum Verseifen muß eine starke Lauge her ... und sollte die *versehentlich* in die Augen spritzen wird man höchstwahrscheinlich blind. Von den damit verbundenen *Schmerzen* mal gar nicht zu reden, es zahlt sich wirklich nicht aus. Sobald der Laugenstein ins Spiel kommt, wird die Schutzbrille aufgesetzt. Ich hab' die meinige dem Vater meiner Kinder abgeschnorrt ... angeblich gibt es die für wenig Geld in jedem besseren Baumarkt zu kaufen.

    Die Schutzbrille kommt erst wieder runter, wenn die Seife in der Form *zugedeckt* ist ... auch rohe Seife ist ätzend genug, um für bleibende Schäden zu sorgen. Das Zeug kann SPRITZEN (und tut es auch von Zeit zu Zeit) ... oder irgendein Ding plumpst auf einmal unversehens von oben in den Seifentopf oder in das Gefäß mit der angerührten Lauge ... ja, ja, da können die erstaunlichsten Dinge passieren.

    Gummihandschuhe sind ebenfalls unerläßlich. Laugenspritzer auf der Haut sind zwar nicht tödlich oder so, aber ich brauche weder Löcher noch Narben auf den Händen. *Wenn* ich mich schon verbrennen will, dann backe ich lieber einen Kuchen. Warum stell' ich mir dabei immer so ungeschickt an ? Ich mache das mindestens einmal pro Woche - sowohl Seife als auch Gebäck - und ab und zu mangelt es halt an der nötigen Konzentration. Die Gummihandschuhe laß' ich auch bei den anschließenden Säuberungsarbeiten an, Rührlöffel, Seifentopf usw. sind ja schließlich auch voll roher Seife.

    Sollte trotz aller Vorsicht einmal Lauge oder rohe Seife versehentlich auf die Haut spritzen, abspülen, ev. mit Essig neutralisieren (Vorsicht: brennt ganz schön - es ist sicherlich sinnvoll, den Essig vorher mit Wasser zu verdünnen !) und dann noch mit reichlich warmen Seifenwasser abwaschen. Lauge erzeugt ein glitschiges Gefühl auf der Haut ... zuerst juckt es, und wer da SCHNELL ist, kann u.U. Verätzungen vermeiden.

    Ich habe auch einen alten Arbeitsmantel - geerbt von meinem Papa - leider bin ich noch immer nicht dazu gekommen,die fehlenden Knöpfe anzunähen, aber ich kann schließlich nicht alles auf einmal machen. *Bisher* hab' ich mir die Lauge noch nie so wirklich raufgespritzt - aber für den Fall der Fälle bleib' ich doch lieber auf der sicheren Seite.

    *Sämtliche* Natriumhydroxid Spuren MÜSSEN peinlichst genau beseitigt werden ... ein einziger kleiner Kristall reicht vollkommen aus, um ein Loch in Haut, Hals oder Auge zu brennen. Mein Hobby hat also einen enorm positiven Nebeneffekt: die Küche ist so sauber wie kaum jemals zuvor. :)

    Das Auswiegen und Mixen der Lauge erledige ich allerdings NICHT im Wohnbereich, dazu gehe ich raus in die Einfahrt ... so ein geräumiges altes Haus hat schon viele Vorteile ... wenn nicht gerade wieder mal der Sturm ein paar Ziegel vom Dach bläst .. :/

    Ach ja, EINATMEN darf man die Gase, die beim Mixen der Lauge entstehen natürlich auch nicht. Also: Luft anhalten !! :)) Oder für gute Belüftung sorgen. Bei mir in der Einfahrt zieht es, also ist für Frischluft gesorgt ... man kann diesen Teil der Angelegenheit natürlich auch im Freien erledigen.

    Die fertige Lauge ist nicht nur ätzend, sondern auch recht warm bis HEISS. Sie ist FARBLOS ... darf aber auf KEINEN FALL versehentlich getrunken werden - das ist schlichtweg tödlich - also ist es sinnvoll, ALLE Familienmitglieder *rechtzeitig* darüber aufzuklären, daß die Küche (oder wo auch immer die Seife gemixt wird) TABU ist. Familienmitglieder, die das noch nicht (oder nicht mehr... ) verstehen sind gegebenfalls zu ihrem eigenen Besten *auszusperren*.

    ------------Zitatende------------

    Seife kochen ist ein absolut tolles Hobby, wobei ich mein übliches Kochgeschirr, gerade wegen des NaOH von meinem Seifekochgeschirr strikt trenne. Ich schmelze die Fette und Öle in einem alten Emailtopf und mische das Ätznatron am Liebsten im Freien oder unter der Dunstabzugshaube. Die austretenden Dämpfe sind nämlich auch stark ätzend.

    Bitte fühl Dich nicht bevormundet, aber ich habe schon schlimme Verätzungen mit dem Zeugs gesehen und meine daher, dass jeder der damit hantiert darum wissen muss.

    LG

    Emilia
     
    #2
  3. 10.01.04
    Barbara70
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    Barbara70 Foren-Admin

    @Emilia: Das Rezept ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Es stammt aus der spanischen Rezeptsammlung. Ich hab hier lediglich die Übersetzung reingesetzt.


    DANKE für Deine ausführliche Erläuterung!!!! :lol:
     
    #3
  4. 11.01.04
    Emilia
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    Emilia

    Liebe Barbara,

    ich hab das mit den spanischen Rezepten zwar überflogen, im Moment fehlt mir einfach die Zeit alles genau nachzulesen.

    Bedeuten die Nr. davor, dass alle Nr.-Rezepte aus den spanischen Seiten sind?

    LG

    Emilia
     
    #4
  5. 11.01.04
    Barbara70
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    Barbara70 Foren-Admin

    Bei den anderen hab ich es dabei geschrieben. Ich werde diese Rezepte auch noch editieren!!!!
     
    #5
  6. 14.01.04
    lamoscanegra
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    lamoscanegra

    Einen herzlichen Dank an Emilia!

    Ich bin die, die die spanischen Rezepte uebersetzt und zeitgleich die ersten Erfahrungen mit dem TM macht. Deine Ausfuehrungen sind genau das, was ich heute lesen m u s s t e , denn heute habe ich mir das aetznatron gekauft um morgen eine seife aus milch, oel und aloe herzustellen.
    Wenn man deinen beitrag so liest, dann stellt sich die frage, ob einseifen ueberhaupt gesund ist?? nein, aber im ernst, vielen dank fuer deine erklaerungen. ich werde auch davon abstand nehmen, die fluessigkeit im tm zu ruehren.
    koenntest du deinen beitrag nicht in die 2 anderen Threads kopieren? Seife kosmetiktisch und fluessiges waschmittel. ich glaube, das waere wirklich notwendig, denn beim kauf des natrons wurden mir z.b. keine hinweise auf die gefaehrlichkeit gegeben und vielleicht kann man bei einer zukuenftigen pdf-datei deinen beitrag auch miteinbeziehen?

    das faende ich sehr sinnvoll...........

    liebe gruesse
    la mosca negra
     
    #6
  7. 14.01.04
    Emilia
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    Emilia

    Liebe mosca, ;)

    danke für Deinen Beitrag!! ich "koche" schon seit einiger Zeit Seifen im Kaltverfahren. Das macht wirklich grossen Spaß, aber man muss mit dem NaOH wirklich aufpassen.

    Ich find die Beiträge jetzt auf die schnelle nicht. Du kannst aber freilich gern selber kopieren und in die jeweiligen Threads einfügen.

    Wenn Du Dich dem schönen Hobby Seifemachen anschliessen willst, geh mal auf Claudias Seite www.naturseife.com. Da findest Du 1000 und mehr Hinweise auf alle Fragen die so aufkommen (und es werden eine Menge sein, glaub mir, ich weiss es aus Erfahrung!! :wink: )

    Apropos, das Ätznatron verseift in der fertigen Seife und ist natürlich nicht mehr ätzend. Das geschieht zum Teil schon während der Gelphase, aber noch besser in der Reifephase, die, je nach Wassergehalt der Seife 3 - 8 Wochen dauert. Dran denken, wenn die nächste Geschenkezeit ansteht. Dann erst hat die Seife einen PH-Wert von 8 - 10 und kann zum Waschen benutzt werden.

    Viel Spass beim Lesen und ausprobieren.

    LG

    Emilia
     
    #7
  8. 14.01.04
    lamoscanegra
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    lamoscanegra

    hallo emilia,
    danke nochmals fuer deine tipps. ich habe mich gerade der seifenruehrerei gewidmet....nachdem ich gestern nacht noch bei www.naturseife.com nachgelesen habe.

    ich sehe das problem des ruehrens mit hand (ist sehr zeitaufwendig). was mich interessieren wuerde: kann ich nach dem anruehren des natron in wasser oder milch riskieren, die fluessigkeit in den thermomix zu schuetten und laut rezept 20min mit dem oel verruehren lassen? kann es den dichtungen etc. schaden oder ist das natron dann doch schon so weit neutralisiert das nichts mehr passieren kann?

    also, sollte das dem thermomix nicht schaden und wird die heutige lavendelseife bis morgen fest (daumendrueck), dann werde ich noch rosenseife, vanilleseife, bergamottseife und pfefferminzseife machen. es ist naemlich wirklich einfach und macht riesig spass (ausser 30min mit der hand ruehren). und die lavendelseife, wenn sie denn fest wird, wird super aussehen: cremefarben mit blauelichen bluetenstueckcken......und riecht schon jetzt so gut!!

    liebe gruesse,
    lamoscanegra
     
    #8
  9. 14.01.04
    Emilia
    Offline

    Emilia

    kleine mosca,

    wenn Du einen alten Pürierstab hast, wie ich, dann ist die Rührerei in Null Komma Nix fertig. ich rühre nie länger als so 5 Minuten?

    günstige Pürierstäbe tun sich oft auf Flohmärkten auf oder immer wieder mal im Handel, die rentieren sich auch.

    Ich tu in mein Geschirr, aus dem ich esse oder Essen zubereite nix giftiges oder etwas, was ich nicht essen würde. somit stellt sich die Frage mit meinem Heiligtum TM für mich nicht. wenn auch nur ein Bröserl unverseiftes NaOH im Mixtopf bleiben würde (kann auch gründlichstes Waschen m. E. nicht garantieren) wär der Teufel los. Also, lieber nicht.

    Achtung mit äth. Ölen, manche davon dicken unglaublich schnell an und da ist Rühren von Hand auf jeden Fall angesagt, weil sogar der Pürierstab zu schnell ist.

    LG

    Emilia
     
    #9
  10. 22.12.12
    claudiad
    Offline

    claudiad Inaktiv

    Hallo,

    möchte auch mal Seife selbst herstellen. Fachliteratur ist bestellt. :) Hat jemand mittlerweile Seife im TM gemacht?? Meine Bedenken waren auch wegen dem NAOH...

    Danek für eure Tipps!

    Liebe Grüße
     
    #10

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