Wie sich Viren im WWW verbreiten und wie man sich schützt

Dieses Thema im Forum "PC und Co." wurde erstellt von WK-Rezeptetopf, 24.11.04.

  1. 24.11.04
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    Hallo zusammen,

    aus gegebenen Anlass eröffne ich mal einen neuen Thread zum Thema Viren im Internet.
    Seit einigen Jahren bin ich in Sachen Internet und PC ein absoluter Sicherheitsfanatiker. Manche mögen dies für übertrieben halten, allerdings zeigt die tägliche Praxis, dass ein ungenügend geschützter Rechner mit Internetzugang innerhalb von Sekunden mit Viren etc. bereits dann verseucht ist, wenn der Benutzer sich lediglich in das Internet einwählt.
    Zum Thema. Derzeit kursiert ein neuer eMail Wurm durch das Internet und verseucht als eMail Anhang blitzschnell weltweit private und geschäftlich genutzte PC. Ich will hier jedoch nicht weiter darauf eingehen, was dieser Wurm alles anrichtet. Ich möchte vielmehr darauf hinweisen, wie man sich vor Virenbefall schützen kann und was man tun sollte, wenn es doch einmal passiert ist.
    Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Viren, Würmern, Trojanische Pferde und Hoaxes.
    Ein Virus ist ein nichtselbständiger Programmcode, der sich
    1. selbst reproduziert,
    2. an Programme oder Betriebssystem anhängt oder einnistet sowie
    3. nicht kontrollierbare Manipulationen durchführt.

    Ein Wurm ist ein selbständiger Programmcode der sich
    zusätzlich zu den genannten Eigenschaften eines Virus selbsttätig weiterverbreitet und somit Ressourcen bindet.

    Ein Trojanisches Pferd ist ein Programm, das sich unbemerkt in das Betriebssystem einschleust um z.B. Schadprogramme zu installieren oder auszuführen. Trojanische Pferde können Hackern Zugriff auf fremde PC ermöglichen und z.B. Passworte oder Eingaben über die Tastatur ausspionieren. Fälschlicherweise werden Trojanische Pferde auch als Trojaner bezeichnet. Allerdings waren die Trojaner die Opfer des Trojanischen Pferdes. :-?

    Hoaxes sind elektronische Enten, also Falschmeldungen. Normalerweise sind die enthaltenen Meldungen frei erfunden, technisch jedoch nicht unmöglich.

    Schutzmaßnahmen:
    Grundsätzlich kann einen keiner dazu zwingen, aber ein Virenschutzprogramm ist Pflicht.
    Wer mit Windows arbeitet, sollte immer die aktuellsten Updates/Patches von der Microsoft Webseite herunterladen und installieren. Windows ist ohne Updates keinesfalls sicher. XP Benutzer sollten daher unbedingt das Servicepack 2 installieren, denn dies schließt fast alle Sicherheitslöcher. Trotzdem sollte man auch nach einem durchgeführten Update regelmäßig nachsehen, ob es neue Updates oder Patches gibt. XP mit installiertem Servicepack 2 gilt in Fachkreisen derzeit als sicherstes Betriebssystem!!
    Updates sind übrigens umfangreiche Programmverbesserungen, während Patches nur einzelne, meist fehlerhafte Bestandteile eines Programmes korrigieren.
    In Sachen Update gilt Gleiches für die verwendete Virenschutzsoftware. Gute Virensoftware wird mehrmals täglich aktualisiert.
    Eine Firewall verhindert darüber hinaus das unerwünschte Eindringen in das Betriebssystem oder Computerprogramme, während der PC in Betrieb ist. Eindringlinge können beispielsweise die Kontrolle über den PC übernehmen und Dateien ausspähen oder manipulieren.

    Wie kann Virenbefall verhindert werden?
    Grundsätzlich gilt: Keinesfalls eMail Anhänge öffnen. Dies gilt für alle eMail Anhänge, auch wenn der Absender bekannt ist. Es könnte ja möglich sein, dass der Absender einen sich selbst verbreitenden Wurm auf seinem Rechner hat. Ist es dennoch einmal notwendig, Dateien per eMail zu versenden, sollte man dies vorher verabreden und in diese Mail bestimmte (Code)Worte einbauen. Leider sind infizierte Mailtexte oftmals in vertraulichem Ton verfasst: Hallo XY, hier wie versprochen die angeforderte Datei. Schönes Wochenende... bla bla bla. Darauf können auch Profis schnell hereinfallen.
    Aber auch die Annahme einer Datei über ICQ oder ein Messenger Programm kann ebensol fatale Folgen haben wie Dateien, die man auf einer Disk erhält und installiert oder ausführt.

    Durch bloßes Öffnen einer eMail kann übrigens nur dann ein Virus/Wurm/Trojanisches Pferd auf den Rechner gelangen, wenn die eMail ausführbaren (aktiven) Programmcode enthält oder diese wie zuvor beschrieben als Anhang enthalten sind. Dabei spielt übrigens die Dateiendung beim Anhang keine Rolle. Hauptsächlich handelt es sich dabei um folgende Endungen: .zip .rar .exe .vbs .jpg .bat allerdings finden auch weitere Endungen Verwendung.

    Auf manchen Internetseiten öffnen sich zusätzliche Fenster, die suggerieren, nach Eingabe von "OK" erhalte man eine spezielle Zugangssoftware. Allerdings verbirgt sich dahinter ein teurer Dialer, also ein Programm, mit dem man sich über eine 0900 oder 0190 Nummer ins Internet einwählt. Das kann inflationäre Folgen für die Telefonrechnung haben. Schnell kommen da ein paar tausend € zusammen. DSL Benutzer sind davor übrigens sicher. Auch wenn ein Dialer installiert ist, kann man sich nur via DSL Nummer einwählen, nicht aber über die Dialer Nummer. Trotzdem kann die Dialer Software negative Auswirkungen auf das Surftempo haben, da sie immer wieder versucht, sich zu aktivieren.

    Was tun wenn es passiert ist?
    Ruhe bewahren. 8-)
    Virensoftware meldet oft eine befallene Datei, bevor diese Schaden angerichtet hat. Viele dieser Programme bieten Funktionen, mit denen die infizierten Dateien bereinigt werden können.
    Unbedingt empfehlenswert ist übrigens die Internetseite des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Dort findet man Meldungen zu aktuellen Viren, Würmern, etc. und Anleitungen zum Entfernen.
    In Sachen PC Sicherheit kann man sich aber auch gerne an mich wenden. Bin gerne bereit, Tipps zur Vermeidung von Sicherheitsproblemen zu geben oder bei der Beseitigung von Viren, Würmern etc. Hilfestellung zu geben und allgemeine Fragen zur PC Sicherheit zu beantworten.

    Liebe Grüße, Thomas
     
    #1
  2. 24.11.04
    WK-Rezeptetopf
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    WK-Rezeptetopf Beiträge ehemaliger Benutzer/innen

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für die tolle ausführliche Beschreibung!! :p :lol: :p
     
    #2
  3. 24.11.04
    Anne
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    Anne

    Hallo Thomas,

    da möchte ich mich Susi anschließen, sehr interessant ich bin ein absoluter Laie in Sachen Computer aber zum Glück mein Göga nicht. Er hat alles gesichert und wir haben DSL und Flatrate. Ich besuche zur Zeit einen Computerkurs für Anfänger aber mehr für Word und allgemein nicht fürs Internet.

    Vielen Dank
    LG
    Anne :p :p
     
    #3
  4. 24.11.04
    Reni
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    Reni

    Re: Wie sich Viren im WWW verbreiten und wie man sich schütz

    Hallo Sylvester,

    schön dass Du Dir die Arbeit gemacht hast mal eine Zusammenfassung über Viren, Würmer, ... zu schreiben.

    Nur der folgende Satz ist mir doch etwas ins Auge gefallen:

    Du meinst sicher dass XP das derzeit sicherste Microsoft Betriebssystem ist :wink:


    Ich würde aber noch eine Anmerkung machen an alle die nun zu Hause mit DSL auch ein WLAN betreiben.
    Damit man seine neu erstandene Hardware schnell einsetzten kann, ist bei den meisten WLAN Boxen die Sicherheit erst einmal ausgeschaltet.
    Also wer solch eine Box besitzt sollte auf alle Fälle einen 128 Bit Sicherheitsschlüssel einsetzten, am besten noch die SSID verstecken und wenn möglich nur die eigenen MAC Adressen eintragen.
    Sonst kann jeder (und glaubt mir, es gibt einige die das versuchen) von der Straße aus über Euren DSL Anschluß mitsurfen.
     
    #4
  5. 24.11.04
    WK-Rezeptetopf
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    Darüber streiten sich natürlich die Gelehrten. Ich bin keiner, also streite ich nicht deswegen :)
    Mir persönlich ist es egal, weil Bill Gates mir so oder so nichts abgibt. Aber mal im Ernst. Vor wenigen Tagen habe ich einen Bericht gelesen, wonach das XP mit SP2 sicherer sein soll (Ich schränke hiermit ein ;) )als alle anderen gängigen Betriebssysteme. Allerdings sind MS Programme und Betriebssysteme zwangsläufig beliebte Ziele für Angriffe aus dem Netz, zumal andere BS weniger verbreitet sind und somit dürfte das mit dem sichersten BS nicht lange so bleiben. MS müsste mal vom hohen Ross herabsteigen und Benutzerfreundlicher werden in Sachen Patches und Updates. Das ist aber auch ein Thema, da kann man Jahre diskutieren ohne Ergebnisse zu erzielen.

    Dein Hinweis in Sachen WLAN ist in der Tat angemessen und notwendig. Surf Piraten kann man immer häufiger beobachten und der Schaden ist immens. Wer die Berichte in den Medien zu dem Thema verfolgt, kann sich vorstellen, welcher Schaden angerichtet wird. Viele Betroffene werden zudem unwissend bleiben. Ich beobachte selbst sehr häufig, wie erstaunt PC Anwender sind, wenn man ihnen mal zeigt, wie simpel Daten ausspioniert werden können. Selbst renommierte Firmen vernachlässigen das Thema Sicherheit im IT Bereich.
    Eine Bekannte von mir hat mich z.B. neulich gebeten, Ihren PC aufzuräumen. Ich habe dort aus verschiedenen Gründen das BS neu aufgespielt und musste nochmal nachhause um Software zu holen. Sie ist in der Zwischenzeit entgegen meinem Rat, ohne Virenschutz und ohne Firewall ins Internet (wollte nur mal gucken obs geht) und Zack, alles verseucht. Mehrere Viren, Dialer etc. und dass alles in 15 Minuten.
    Sicherheit ist und bleibt doch oft auch User Sache.
    In diesem Sinne

    Liebe Grüße, Thomas
     
    #5

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